Düsseldorfer Pfarrerin Barbara Schwan wird neue Superintendentin im Kirchenkreis Krefeld-Viersen

Kirchenkreis Krefeld-Viersen : Düsseldorfer Pfarrerin wird neue Superintendentin

Barbara Schwan erhielt im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Erstmals steht eine Frau an der Spitze des Kirchenkreises.

Barbara Schwan ist neue Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Krefeld-Viersen. Bei einer Sondersynode am Donnerstagabend in  Viersen wurde sie von den 121 anwesenden Synodalen unter zwei Bewerberinnen und einem Bewerber gewählt. Sie erhielt im ersten Wahlgang 64 Stimmen. Damit tritt sie als erste hauptamtliche Superintendentin die Nachfolge von Burkhard Kamphausen an.

Der Wahl-Abend barg eine Überraschung: Es stellten sich nicht nur die beiden in einem Bewerbungsverfahren ausgesuchten Pfarrerinnen Annette Vetter und Barbara Schwan zur Wahl. Nachdem die beiden sich vorgestellt und Fragen aus der Synode beantwortet hatten, wurde noch ein weiterer Kandidat vorgeschlagen. Der Süchtelner Pfarrer Axel Stein hatte sich schon regulär beworben, war aber nicht vom Nominierungsausschuss berücksichtigt worden. „Ich bin gebeten worden, es doch zu tun. Ich habe lange überlegt und mich erst gestern Abend endgültig dazu entschieden“, sagte Stein, der zuvor noch die Versammlungsleitung innehatte, die er direkt nach seiner Benennung als Kandidat abgab.

Bei seiner Vorstellung und der für alle Kandidaten gestellten Frage „Wie können wir in Zukunft Kirche sein?“ legte er den Akzent auf der Kirche als Gemeinschaft und als Salz der Erde. „Aber nicht als Kuschelgemeinschaft“, betonte er, „sondern die Kirche geht auf Sendung, bringt sich ein und ist politisch.“ Er erhielt 13 Stimmen.

Barbara Schwan aus Düsseldorf ging bei ihrem Zukunftsentwurf auf die Kirchenkreise ein und wünschte sich eine Spezialisierung der Gemeinden: „Die eine macht tolle Jugendarbeit, die andere ist hauptsächlich für die ältere Generation da.“ Die im Kirchenkreis Krefeld–Viersen in der schulischen und Erwachsenenbildung tätige Pfarrerin Annette Vetter erhielt 39 Stimmen. Sie hatte erklärt: „Es gibt andere Formen der Spiritualität, auch außerhalb der Kirche. Wenn wir Menschen ermutigen, sich bei uns einzubringen, dann können wir wachsen.“

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