Viersen: Dülkener mit Müllzangen unterwegs

Viersen: Dülkener mit Müllzangen unterwegs

Mehr als 70 Helfer beteiligten sich diesmal am Frühjahrsputz in Dülken. Sie sammelten Scherben und Waschlappen, viel Papier und Zigarettenstummel auf. Manche Fundstücke waren aber einfach zu groß für ihre Mülltüten

"Alle meckerten bei Facebook nur über den Dreck in Dülken, aber keiner macht ihn weg." Das bewog Simone Mertin 2015 zum ersten Mal, die Bürger zum "Frühjahrsputz" aufzurufen. Gemeinsam mit Dülken-Büro-Leiter Andreas Goßen organisierte sie die Säuberungsaktion in der Innenstadt - und hat inzwischen so viel Erfolg damit, dass in diesem Jahr von mehr als 70 Helfern der Müllwagen nur noch halb gefüllt wurde.

Zum ersten Mal sponserte die Entsorgungsfirma Schönmackers mit dem bereitgestellten Müllwagen die Aktion. Als ihr Vertreter begleitete Christian Rotgang die Sammler. Mertin begrüßte außerdem Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) als Schirmherrin sowie Ortsbürgermeisterin Simone Gartz (CDU), dann verteilten sie und ihr Mann Andreas Greifzangen und dicke Handschuhe sowie große Müllsäcke. Jeder der insgesamt fünf Gruppen gaben sie einen Stadtplan mit der eingezeichneten Route: Stadtmauer und Kreuzherrenstraße, Gefangenenturm, Domhof, Cap Horn sowie Lunapark und Melcherstiege.

Auch auf Grünflächen sammelten die Helfer Müll auf. Foto: Knappe Jörg

Erstmals waren in diesem Jahr viele Jugendliche dabei: Schüler der Primusschule, die Fußballjugend der SG Dülken und die Süchtelner Waldjugend, von der sich Chayenne, Justus, Zora, David und Mathilde zusammen mit ihrer Leiterin Frauke der Bürgermeisterin anschlossen, die mit ihnen und Andreas Goßen zuerst den Lunapark erkundete. Vor allem Flaschen und Glasscherben fanden sie dort. Aber auch Waschlappen, Mützen, Kleidungsstücke und viel Papier, Alufolie, Zigarettenstummel und Kondome waren dabei. "Ich habe mir das aber viel schlimmer vorgestellt", sagte David. Und erst als Goßen in einer Ecke des Parkplatzes einen Einkaufswagen entdeckte und die Gruppe ihre Säcke dort unterbrachte, sah es dann doch nach ziemlich viel Müll aus.

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Gegen 14 Uhr waren die ersten Sammler wieder am Brunnen auf dem Alten Markt angekommen. Dülkens Prinz Andreas Löhr ließ noch einen Rattansessel abholen, den die Mitglieder der SG Dülken gesehen hatten. Zwei Autoreifen wurden an der Reiterstraße gefunden, ein Teppich lag am Ransberg und schließlich brachten die Helfer noch einen Plüschsessel. Verärgert war Mertin über einen Mönchengladbacher, der sich zum Helfen angemeldet hatte, aber mit einem randvoll beladenen Auto auf den Alten Markt kam. Den schickte sie weg: "Wir entsorgen hier keinen privaten Müll, sondern wollen die Stadt vom Dreck befreien."

Zu den Fundstücken gehörten ein Teppich, Mützen und Flaschen. Foto: Knappe Jörg

"Wir sehen die Symbolik in dieser Aktion", sagte Anemüller. "Wir achten jetzt selbst darauf, nichts auf die Straße zu werfen. Aber wir haben festgestellt: Da, wo schon etwas liegt, werfen die Menschen etwas dazu. Doch es wird weniger." Beachtenswert war die Lage am Busbahnhof: Dort lag kaum etwas, denn alle paar Meter steht ein Papierkorb.

(flo)