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Dülken - Wahrzeichen Narrenmühle wird abgebaut und restauriert

Wahrzeichen in Viersen : Narrenmühle wird ab Ende März abgebaut

Damit das Dülkener Wahrzeichen restauriert werden kann, muss es in eine niederländische Werkstatt transportiert werden.

Rund zwei Wochen wird es dauern, bis Dülkens marodes Wahrzeichen zerlegt ist. Der Rückbau der Narrenmühle beginne Ende März, kündigt Stadtsprecher Frank Schliffke an. „Im ersten Schritt werden Arbeiten im Inneren der Mühle im Mittelpunkt stehen. Hier müssen beispielsweise die Wandverkleidungen demontiert werden.“ Anschließend werde die Mühle abgebaut. Die Einzelteile des Bauwerks werden zur Werkstatt des niederländischen Mühlenbauunternehmens Beijk transportiert und dort ausgebessert. Schliffke: „Nach dem aktuellen Zeitplan soll die Narrenmühle im Oktober 2020 wiederaufgebaut und die Restaurierung fertiggestellt werden.“

Bei einem Ortstermin hat jetzt Hartwig Hören vom Förderverein Narrenmühle Viersen-Dülken dem Mühlenbauer Max Beijk offiziell das Auftragsschreiben für die Restaurierung übergeben. Neben Vertretern des Vereins waren auch Vertreter der Stadt und der niederländische Fachplaner Paul Groen dabei.

Von Groen stamme die Planung zur Überarbeitung der Mühle, erklärt Schliffke. Wie die Stadtverwaltung in der Sitzung des Ausschusses für Bauen, Umwelt- und Klimaschutz am 2. März berichtet habe, würden die Restaurierungskosten für die Narrenmühle voraussichtlich etwa 105.000 Euro über dem Planansatz – 460.000 Euro – liegen. Diese Mehrkosten müsse im Grundsatz die Stadt tragen. Es seien aber bereits Gespräche über eine Ausweitung der Landesförderung geführt worden.

Im Februar 2019 schloss die Stadt einen auf 99 Jahre angelegten Erbrechtsvertrag mit dem Förderverein Narrenmühle, damit für die Restaurierung des Denkmals Landesmittel aus dem Programm „Heimat-Zeugnis“ beantragt werden konnten. Der Verein zahlt der Stadt einen jährlichen Mietzins in Höhe von 11,11 Euro. Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) kam im Oktober 2019 persönlich nach Dülken, um mitzuteilen: Das Land fördert die geplante Sanierung mit 423.900 Euro. Damit war die Finanzierung der mit 460.000 Euro veranschlagten Kosten zu 90 Prozent gesichert. „Die Narrenmühle soll als kulturell wertvolles Erbe noch lange erhalten bleiben“, sagte Scharrenbach bei ihrem Besuch.

Die mehr als 200 Jahre alte Bockwindmühle ist derzeit nur standsicher, weil eine Stahlkonstruktion die von Schädlingen befallene Unterkonstruktion stützt. Ende Mai 2017 waren die Schäden bei einer routinemäßigen Kontrolle der Stadt aufgefallen. Im Sommer 2018 stellte darüber hinaus ein Gutachter fest, dass auch das Fachwerk der Seitenfassaden restauriert werden muss, weil mehrere Tragbalken, Pfosten und Diagonalstreben verfault sind. Ursache: Feuchtigkeit und eindringendes Wasser.