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Kreis Viersen: Dülken — Kaldenkirchen: Politiker fordern Ausbau

Kreis Viersen : Dülken — Kaldenkirchen: Politiker fordern Ausbau

In einem Brief EU-Kommisions-Vizepräsidenten Sim Kallas betonen vier Abgeordnete die europäischen Bedeutung der Stecke zwischen Kaldenkirchen und Dülken. Sie müsse zweigleisig ausgebaut werden.

Mit einem Brief an den Vizepräsidenten der Europäischen Kommission, Sim Kallas, versucht Kreis Viersens Europaabgeordneter Karl-Heinz Florenz (CDU), die EU-Kommission auf die europäische Bedeutung der Strecke zwischen Kaldenkirchen und Dülken aufmerksam zu machen. Zuvor hatte Florenz Experten aus unterschiedlichen Branchen nach Brüggen eingeladen, um sich zu informieren. "Wir wollen den Kreis Viersen in Brüssel bekannter machen", sagt Florenz.

Vor dem Zweiten Weltkrieg war die Strecke zweigleisig

Er ist der Ansicht, dass es den europäischen Schienenverkehr zwischen Rotterdam und Genua stark behindert, dass die Strecke zwischen Kaldenkirchen und Dülken auf 13 Kilometern nur eingleisig ausgebaut ist. Vor dem Zweiten Weltkrieg war die Strecke zweigleisig. Würde dieser Zustand nun wieder hergestellt, ließen sich 2,8 Millionen Tonnen Güter transportieren, was die Straßen entlasten würde.

Neben Florenz unterschrieben die CDU-Abgeordneten des Bundes- und Landtages, Uwe Schummer, Marcus Optendrenk und Stefan Berger, den Brief. Ihnen allen ist daran gelegen, den Lärm an der Strecke zu reduzieren. Würde die Strecke in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen, würde sich vieles für die Anwohner an der Strecke zum Guten ändern, sind sie überzeugt. "Der Lärmschutz an der Strecke würde ausgebaut, weil es sich um eine wesentlich Änderung handelt", erklärt Optendrenk. Gleichzeitig aber sorgt vor allem die Zweigleisigkeit dafür, dass die schweren Güterzüge weniger Bremsen und Anfahren müssen. Der verursacht heute den meisten Lärm.

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Pendler nach Venlo hätten eine Alternative zum Auto

Die Politiker weisen Kallas außerdem darauf hin, dass die Niederlande den Lärmschutz im Kreis Viersen mitfinanzieren würden, wenn die Strecke ausgebaut wird. Neben dem Güterverkehr profitiere auch der Personenverkehr vom möglichen Ausbau. Berufspendler, die in Venlo arbeiten, erhielten eine Alternative zum Auto. So könne der Ausbau zu einem "Jobmotor" für die Grenzregion werden. Florenz möchte hält den Ausbau für eine Maßnahme des aktiven Klimaschutzes. Der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid würde.

Der Europa-Abgeordnete geht davon aus, dass die Kosten für den Ausbau bei 42 Millionen Euro liegen würden — er hält dies für überschaubar. "Zwei Studien zeigen, dass jeder eingesetzte Euro volkswirtschaftlich zwischen 17,3 und 17,7 Euro erbringen würde", ergänzt Optendrenk. Alte Studien sprechen lediglich von 0,8 Euro. Im Brief heißt es dazu: "Dieses Projekt darf nicht aufgrund falscher Bemessungsgrundlagen, einer rein nationalen Sichtweise und seinem eher begrenzten Umfang vergessen werden — es ist ein Paradebeispiel für grenzüberschreitenden Infrastrukturausbau."

Inzwischen gibt es positive Signale aus dem Bundesverkehrsministerium. Staatssekretär Enak Ferlemann teilt mit, er halte "den Ausbau für sehr sinnig". Das Ausbauprojekt ist in einer Liste der Landesregierung enthalten, die dem Bund zur Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan gemeldet werden soll.

(pepp)