Brüggen: Dreifach Dank fürs Ehrenamt

Brüggen : Dreifach Dank fürs Ehrenamt

Der Brüggener Rat hat mit Mehrheit eine Kombination dreier Möglichkeiten beschlossen, Freiwilligenarbeit anzuerkennen: Die Ehrenamtskarte, die Teilnahme am Ehrenamtsnachweis und eine Dankeschön-Feier im Sommer.

Die Anerkennung und Würdigung des Ehrenamtes in der Gemeinde hatten sich FDP, Grüne und SPD in Anträgen an den Rat auf die Fahnen geschrieben. Beschlossen wurde jetzt eine Kombination aus den drei Vorschlägen: die Teilnahme am Ehrenamtsnachweis NRW, der den Inhabern freiwilliges Engagement bescheinigt und zum Beispiel bei Bewerbungen Sympathiepunkte einbringen kann, die Ehrenamtskarte, die Vergünstigungen beim Besuch von Schwimmbad, Bibliothek oder kulturellen Veranstaltungen ermöglicht, und eine Feier, zu der die Gemeinde alle Ehrenamtler einladen will.

Die Liberalen hatten zuerst die Einführung der "Ehrenamtskarte NRW" beantragt. Im März 2010 beauftragte der Rat die Verwaltung, ein Konzept für die Durchführung und eine Liste möglicher Vergünstigungen vorzulegen. "Die freiwillig Engagierten prägen das Bild von Brüggen in ganz besonderer Weise", erklärte dazu Andreas Bist. "Und dafür wollen wir nicht nur mit warmen Worten danken." Darüber hinaus beantragten die Bündnisgrünen den Ehrenamtsnachweis, die SPD-Fraktion sprach sich für ein jährliches Fest aus. In einer gemeinsamen Sitzung von Kultur-, Jugend-/Sport- und Sozialausschuss fiel der einstimmige Beschluss, eine Kombination der drei Vorschläge dem Rat zur Beschlussfassung vorzulegen. Dennoch kam es in der Sitzung am Dienstagabend zu einer kontroversen Diskussion.

SPD: "Vereine werden Bittsteller"

Ehrenamtsnachweis und ein Sommerfest, das laut Johannes Weiß (CDU) gleichzeitig die Funktion des Austauschs untereinander und des Dankes hätte, waren kaum umstritten. Die Ehrenamtskarte hingegen, wie sie in Viersen kürzlich 36 Ehrenamtler erhielten, stieß auf Ablehnung vor allem in Reihen der SPD. "Vereinsvorstände werden zu Bittstellern", befürchtete SPD-Fraktionsvorsitzender Gottfried Optenplatz. "Und es wird ein riesiger Aufwand getrieben für ein kleines Ergebnis." Dass es in einer großen Stadt wie Viersen nur 36 Berechtigte gegeben habe, gab Monika Flöth (SPD) zu bedenken. Sie mochte auch den Bewerbungsaufwand nicht den Vereinen aufhalsen: "Zusätzliche Arbeit für die Vereinsvorstande wollen wir nicht." Auch Gerald Woitzik (UBW) favorisierte den Ehrenamtsnachweis: "Die Ehrenamtskarte in Kombination lehnen wir ab."

Schließlich wurde über die Vorschläge getrennt abgestimmt. Der Ehrenamtsnachweis erhielt breite Zustimmung bei sechs Enthaltungen, für die Feier gab es zwei Enthaltungen und fünf Gegenstimmen, die Ehrenamtskarte setzte sich mit 21 Ja-Stimmen schließlich durch. Die ersten Karten sollen bei einer gesonderten Festveranstaltung der Gemeinde übergeben werden.

(RP)
Mehr von RP ONLINE