Brüggen Dohlen setzen auf Engagement

Brüggen · Für Bracht soll in diesem Jahr ein Dorfentwicklungsplan erstellt werden, in vier Jahren feiert der Ort 900-jähriges Bestehen. Die Trägergemeinschaft "Brachter Dohlen" hofft nun, dass sich viele Brachter einbringen.

 Blick auf den Weizer Platz in Bracht mit Sparkasse und Kaiser's-Markt. Für Feste und Aktivitäten, aber auch mit Blick auf den Dorfentwicklungsplan setzen die "Brachter Dohlen" auf das Interesse und Engagement der Bürger.

Blick auf den Weizer Platz in Bracht mit Sparkasse und Kaiser's-Markt. Für Feste und Aktivitäten, aber auch mit Blick auf den Dorfentwicklungsplan setzen die "Brachter Dohlen" auf das Interesse und Engagement der Bürger.

Foto: Busch

Die Trägergemeinschaft "Brachter Dohlen" hatte die örtlichen Vereine zu einem offenen Dialog in den Brachter Bürgersaal eingeladen. Und die "Dohlen" kamen — mehr als erwartet. Zum Schluss waren sich alle einig, gemeinsam etwas für den Ort tun zu wollen. "Und wenn ihr es wünscht, werden wir als Dohlenverein die Koordinierung übernehmen", sagte Dietmar Brockes, Vorsitzender der Trägergemeinschaft "Brachter Dohlen".

Auf der Agenda stehen der Dorfentwicklungsplan für Bracht, den die Gemeinde Brüggen in diesem Jahr angehen will, und die Feierlichkeiten zum 900-jährigen Bestehen Brachts im Jahr 2016. "Dafür könnten Arbeitskreise gebildet werden", schlug Brockes vor. Gemeinsam soll auch das vorgezogene Dohlenfest (22. bis 24. Juni) geplant werden, weil sich auch beim Trägerverein einige der bislang Beteiligten zurückziehen wollen "und dann die Manpower fehlt", wie es Brockes formulierte.

Unterstützer aus dem Ort gesucht

Auslöser für den nun anberaumten offenen Dialog mit den Brachter Vereinen war, dass der Nikolausmarkt ausgefallen war und der Brachter Karnevalsumzug auf der Kippe stand. Stattdessen gab es die von vielen gelobte Mühlen-Weihnacht, auch der Umzug der Wasserratten fand statt. Und die beiden Schützenfeste in Bracht und Alst laufen in geordneten Bahnen. "Es muss so sein, dass Brachter das Vereinsleben in Bracht unterstützten", erklärte Willi ("Tom") Hamers. Bernd Schouren als Vorsitzender des Werberings meinte: "Wir müssen uns bei den Festen gegenseitig helfen und besuchen. Nur so kann es laufen."

Christian Wolters, Vorsitzender der UBW Bracht, erklärte: "Wichtig ist, dass die Brachter angesprochen werden. Der Dorfcharakter soll im Mittelpunkt stehen. Es ist utopisch, dass Fremde nach Bracht kommen." Eine besorgte Zuhörerin war gekommen, weil ihr der Dorfentwicklungsplan sehr am Herzen liegt. "Was ist, wenn Schlecker und Kaiser's wegfallen? Dann haben wir nur noch Apotheken, Bäcker und Metzger im Dorf. Viele Läden stehen schon leer." Die Sorge geht im Dorf um. Doch die für Bracht zuständige Wirtschaftsförderin Renate Kirsch versuchte zu beruhigen: "Wir wollen es nicht so wie in Brüggen machen." Kaiser's wolle in Bracht bleiben — ob am alten Standort oder an einer anderen Stelle. Und die Planung des Dorfentwicklungsplans nehme noch Zeit in Anspruch. "Der Dorfentwicklungsplan bietet viele Chancen. Es gibt einiges zu verbessern und zu verändern", erläuterte Brockes. Von der Gemeinde sei nichts vorgegeben worden, "die Bürger können sich einbringen".

Karl-Heinz Stoffers (CDU) schlug vor, dem Dohlenverein die Koordinierung von Aktivitäten und Festen zu übertragen: "Wir brauchen doch nur nach Born zu schauen, wie das unter der Regie der Heimatfreunde alles funktioniert und läuft."

(off)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort