Direktverbindung nach Eindhoven geplant

Venlo/Kreis Viersen : Direktverbindung nach Eindhoven geplant

Ab 2025 sollen Bahnfahrer zwischen Düsseldorf und Eindhoven nicht mehr umsteigen müssen. Bei der ersten Grenzlandkonferenz in Venlo wurde die Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

(emy) Vom Jahr 2025 an soll eine neue Zugverbindung die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf mit Eindhoven in der Provinz Nordbrabant in den Niederlanden verbinden. Umsteigen in Venlo soll damit überflüssig werden, Reisende sollen 15 Minuten Zeit sparen. Die Kooperationsvereinbarung dazu haben die Verantwortlichen am Donnerstag bei der ersten Grenzlandkonferenz zwischen NRW und den Niederlanden in Venlo unterschrieben.

Die Idee zu der Verbindung gibt es seit 2016. Beteiligt sind die Verkehrsministerien NRW und Niederlande, die Provinzen Limburg und Nordbrabant sowie der Verkehrsbund Rhein-Ruhr (VRR). Ziel: den grenzüberschreitenden Verkehr im Schienenpersonennahverkehr zwischen NRW und den Niederlanden zu verbessern. „Bislang besteht zwischen NRW und den Niederlanden eine Verbindung in den Grenzbereich, wir wollen mit der neuen Verbindung auch in den Binnenbereich hinein“, sagte Ronald Lünser, VRR-Vorstandssprecher.

Für die direkte Zugverbindung zwischen Düsseldorf und Eindhoven werden der bestehende Intercity (IC) Eindhoven–Venlo und die aktuelle deutsche Zugverbindung von Venlo nach Düsseldorf (RE 13) integriert. Der Verkehrsvertrag für die niederländische IC-Verbindung läuft bis 2024, der derzeitige Verkehrsvertrag des Maas-Rhein-Lippe-Netzes, in dem der RE13 enthalten ist, endet im Dezember 2025, dann „sollen die ersten Züge dort rollen“, sagte Lünser. Zu Kosten könnten noch keine Angaben gemacht werden.

Der VRR übernimmt die Ausschreibung, man rechne damit für  Ende 2019, sagte Lünser. In einer solchen Größenordnung dauere das Vergabeverfahren in der Regel rund ein Jahr. Dass die Umsetzung bis 2025 gelingt, sei realistisch.

Für NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) bedeutet das Projekt eine Verbesserung des öffentlichen Personenverkehrs. „Für Menschen, die das bisherige Umsteigen abschreckt, wird die Strecke attraktiver“, sagte er. Laut Prognose werden täglich 600 Menschen zusätzlich diese stündliche Verbindung nutzen. Für die Unterzeichnung waren neben Wüst Vertreter des VRR,  der Provinz Nordbrabant sowie die niederländische Staatssekretärin Stientje van Veldhoven gekommen. Bei der Grenzlandkonferenz trafen sich auf Einladung von Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner (CDU) und Raymond Knops, Staatssekretär für grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Königsreichsbeziehungen der Niederlande, mehr als 300 Akteure der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Vereinbart wurden Erleichterungen bei der Arbeitsvermittlung und Berufsanerkennung sowie die Auslobung eines „Grenzland-Preises“. „Die Grenzlandkonferenz ist ein weiterer Meilenstein der Intensivierung unserer Beziehungen zu den Niederlanden“, sagte Holthoff-Pförtner. „Sie bringt künftig einmal im Jahr alle wichtigen Partner an einen Tisch, um gemeinsam die Schwerpunkte der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu bestimmen.“ NRW-Landtagsmitglied Marcus Optendrenk (CDU) war überwältigt von der großen Resonanz. „Bislang war es schwierig, bis man alle Akteure zusammen hatte, aber hier habe ich gemerkt: Wir werden auch in Den Haag gehört“, sagte er.