Die Vorsitzende der Ratsfraktion Grünen in Viersen, Martina Maaßen, zur Imfpflicht

Viersen : Grüne: Impfen ist eine moralische Pflicht

Die Vorsitzende der Ratsfraktion der Viersener Grünen, Martina Maaßen, spricht sich gegen eine gesetzliche Impfpflicht für Kinder aus. Die Forderung danach gehe völlig an der Gruppe mit dem derzeit höchsten Impfbedarf vorbei: den Erwachsenen.

„Sie müssen besser erreicht werden, aus meiner Sicht aber nicht über eine Impfpflicht, sondern durch Aufklärung überzeugt werden“, sagt Maaßen.

Die Viersener FDP beantragt eine Impfpflicht für Kinder, die eine Kindertagesstätte in kommunaler Trägerschaft besuchen. Kindern, die zum Beispiel keinen Masern- und Röteln-Impfschutz haben, soll die Stadt den Kita-Besuch verweigern können. Der Jugendhilfeausschuss befasst sich in seiner nächsten Sitzung am Montag, 11. Mai, mit dem Vorschlag. „An elf Kitas in Viersen wäre, sofern der Antrag angenommen wird, zeitnah ein ausreichender Impfstatus zu erreichen“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Freien Demokraten, Stefan Feiter. Werden bei einer Neuanmeldung bei einer der betroffenen Kitas nicht alle von der „Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut“ empfohlenen Impfungen nachgewiesen, solle die Stadt den Besuch verweigern. Ausgenommen von der Impfpflicht sollen Kinder sein, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können.

Maaßen: „Zunächst ist festzustellen, dass eine Impfpflicht nicht durch den Stadtrat eingeführt werden kann. Wenn die FDP ihr Anliegen weiter verfolgen will, muss sie hier auf landes- und bundespolitischer Ebene aktiv werden.“ Entscheidend sei, dass eine Impfung gegen Masern sinnvoll sei. „Je mehr Menschen geimpft sind, umso weniger können die Masern übertragen werden. Sich impfen zu lassen, ist deswegen auch eine moralische Pflicht und ein Gebot der Solidarität.“ Zu diskutieren gelte es jedoch, „ob eine Impfpflicht bei Kindern notwendig und der Weisheit letzter Schluss ist“. Das Ziel, die Impfquote in allen Altersgruppen auf mindestens 95 Prozent zu erhöhen, werde bisher nur bei Kindern erreicht. Ganz anders sehe es bei Erwachsenen aus. „Hier sinken die Impfquoten bei den über 30-Jährigen unter 50 Prozent.“

Helfen könne es etwa schon, wenn Kinderärzte auch Erwachsene impfen dürften, sagt Maaßen: „Dann könnte die Impfung der Kinder mit der eigenen Wiederholungsimpfung verbunden werden.“ Nützlich sei es auch, wenn zügig ein elektronischer Impfpass eingeführt werden würde, sodass die ständige Suche nach dem Impfpass ein Ende habe. Darüber hinaus müssten Eltern besser über das Impfen informiert werden, zum Beispiel auf Elternabenden von Schulen und Kitas.

(RP)
Mehr von RP ONLINE