Die Versorger im Kreis Viersen verzeichnen Spitzenwerte beim Trinkwasser-Verbrauch.

Trinkwasser : Rekord beim Trinkwasserverbrauch

In Viersen und Schwalmtal floss im Juli gut 30 Prozent mehr Trinkwasser durch die Leitungen als im Vorjahr. Viele Bürger werden deshalb höhere Rechnungen bezahlen müssen

An diesen Sommer werden viele Bürger noch einmal zurückdenken – spätestens, wenn die Wasserabrechnung kommt. Rund 30 Prozent mehr Trinkwasserverbrauch haben die Versorger von Viersen, Schwalmtal und Nettetal für den Juli verzeichnet. Sie sprechen von einem Rekord. Auch in Brüggen und Niederkrüchten wurde im Juli 2018 erheblich mehr Wasser verbraucht als im Juli 2017.

Allein die rund 77.000 Viersener Einwohner verbrauchten im Juli dieses Jahres 560.659 Kubikmeter Wasser. „Das sind 560 Millionen Liter“, sagt eine NEW-Sprecherin. Damit könnte man gut 3,7 Millionen Badewannen mit einem durchschnittlichen Fassungsvermögen von 150 Litern füllen. Die Gemeinde Schwalmtal mit ihren rund 19.000 Einwohnern, die von der NEW mitbeliefert werden, liegt bei 111.071 Kubikmeter. Damit kommen Viersen und Schwalmtal für den Juli auf insgesamt 671.730 Kubikmeter – gut 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Juli 2017 lag der Trinkwasserverbrauch von Schwalmtal und Viersen insgesamt bei rund 440.000 Kubikmeter. „Den höchsten Verbrauch haben wir immer abends, zwischen 19 und 22 Uhr. Wir vermuten, dass in dieser Zeit die Gärten gewässert werden“, sagt die NEW-Sprecherin.

In Nettetal (rund 43.000 Einwohner) floss das Wasser ebenfalls in rauen Mengen durch die Leitungen. „248.770 Kubikmeter. Das sind rund 27 Prozent mehr als im Juli 2017. Damals hatten wir einen Verbrauch von 195.825 Kubikmetern“, erklärt Norbert Dieling, Geschäftsführer der Stadtwerke Nettetal. Möglicherweise könnte der diesjährige Sommer den Spitzensommer 2003 in den Schatten stellen. „Damals hatten wir nicht so sprunghafte Anstiege“, sagt Dieling.

Für August wagt der Geschäftsführer der Stadtwerke Nettetal keine Prognose. „Es kommt sehr darauf an, wie das Wetter wird. Die Meteorologen sagen ja, dass es auf hohem Niveau weiter gehen soll.“ Über Wasserknappheit brauche sich aber keiner Sorgen machen. „Die Fördermengen sind stabil. Das Trinkwasser wird sowieso aus größeren Tiefen gefördert. Da muss man derzeit etwas tiefer bohren“, sagt Dieling.

Der Grundwasserspiegel sinke derzeit. Auch das könnte Folgen haben: „Ich gehe davon aus, dass die Stadt bald mit Tankwagen fährt, um die Bäume am Straßenrand zu bewässern. Ihr Wurzelwerk befindet sich in den oberen Schichten“, erklärt Dieling. „Aber es ist noch nicht wie in Norddeutschland. Da hat man in manchen Städten den Bürgern bereits das Wässern des Gartens untersagt.“

Am höchsten war der Trinkwasserverbracht am Donnerstag, 5. Juli, in Kaldenkirchen mit rund 5073 Kubikmeter (Juli des Vorjahrs: 4200). In Lobberich war es Mittwoch, 4. Juli. Die Lobbericher brauchten 4.800 Kubikmeter Trinkwasser (Juli des Vorjahrs: 2800). Eine Erklärung hat Dieling für diese Spitzen-Tage nicht. Anders dagegen die NEW für Viersen. Top-Tag mit dem höchsten Verbrauch war der 24. Juli mit 23 Millionen Litern. „Es könnte mit der Bewässerung für das Eier-mit-Speck-Festival zusammenhängen“, sagt die NEW-Sprecherin.

In der Gemeinde Brüggen (rund 16.000 Einwohner) wurde am 16. Juli das meiste Wasser verbraucht. An diesem Tag zählten die Gemeindewerke 4949 Kubikmeter – „normal sind 2500 bis 3000 Kubikmeter pro Tag“, erklärt Geschäftsführer Nico Lottmann. Insgesamt lag der Wasserverbrauch im Juli 2018 bei 133.755 Kubikmetern. Damit verbrauchten die Brüggener in diesem Jahr deutlich mehr Wasser als im Vorjahr: Im Juli 2017 liefen nur 87.853 Kubikmeter aus den Wasserhähnen. Auch in der Gemeinde Niederkrüchten (rund 16.000 Einwohner) sprudelte im Juli 2018 deutlich mehr Wasser. Betriebsleiter Klaus Coenen registrierte 99.000 Kubikmeter – im Juli 2017 waren es 79.000. Spitzentag in Niederkrüchten war der 25. Juli, an diesem Tag nahmen die Niederkrüchtener 3756 Kubikmeter Trinkwasser ab.

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