Kreis Viersen: Die schönsten Mühlen im Kreis Viersen entdecken

Kreis Viersen: Die schönsten Mühlen im Kreis Viersen entdecken

Ob in Brüggen oder Schwalmtal, in Viersen oder Nettetal: Der Westkreisbietet Mühlenliebhabern viele Chancen, um ihren Favoriten zu entdecken. Zum Mühlentag an Pfingstmontag gibt es in Türmen und unter Flügeln viel zu erleben

An Pfingstmontag haben die Mühlen im Kreis Viersen einen Grund, um etwas lauter zu klappern - sofern sie es noch können. Zum Deutschen Mühlentag können Besucher mehr über historische Gebäude und altes Handwerk erfahren. Diese Aktionen sind im Westkreis geplant:

An der Mühle in Brüggen plätschert noch das Wasser. Foto: Bauch Jana

Zu Haus Clörath (Clörather Mühle 36 in Viersen) gehörte auch eine Wassermühle, doch seit der Begradigung der Niers in den 1930er Jahren ist sie ohne Wasser. Mit drei Mahlgängen - zwei davon sind noch erhalten -, einem eingehausten Mühlrad mit sechs Meter Durchmesser und separater Ölmühle (nicht erhalten) war sie eine der größten Mühlen der Region. Das Mahlwerk ruht auf Eichensäulen im griechischen Stil. Von 11 bis 18 Uhr gibt es Führungen, im Biergarten kann man Getränke bestellen.

Früher Ritterbesitz, heute Gasthaus und Hotel: So heißt die Lüthemühle in Nettetal ihre Gäste willkommen. Foto: Bauch Jana

Am Mühlentag von 11 bis 17 Uhr zugänglich ist die Bongartzmühle (Bachstraße 39 in Viersen), die sonst privat genutzt wird. Erstmals 1246 urkundlich erwähnt, befindet sie sich seit 1981 wieder in Privatbesitz und ist vollständig restauriert; dabei wurde insbesondere die Mühlentechnik erhalten. So wurden im Hauptgebäude zwei Mahlgänge restauriert und wieder in Gang gesetzt. Einer ist an das unterschlächtige Mühlrad angeschlossen, das durch den Hammer Bach in Bewegung gesetzt wird, allerdings reicht die Wasserkraft nicht, um den Mahlstein zu bewegen. Der zweite Mahlgang wird durch einen Elektromotor betrieben und am Mühlentag vorgeführt. In der angrenzenden Scheune sind Hammer-, Schrot- und Wannmühlen oder eine Haferquetsche zu besichtigen. Im Bauerncafé können sich die Besucher bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen stärken.

Auch in Nettetal-Leuth ist ein Blick in das Innenleben der Mühle möglich. Foto: Bauch Jana

Die Narrenmühle in Viersen-Dülken (Waldnieler Straße in Dülken) ist das Wahrzeichen des Stadtteils. Die 1809 erbaute Bockwindmühle verfügt über ein restauriertes Mahlwerk und ist seit mehr als hundert Jahren Heimat für das Narrenmuseum. Außerdem treffen sich dort die Mitglieder der Dülkener Narrenakademie. Langfristig ist das Gebäude aber sanierungsbedürftig. Zum Mühlentag soll die Mühle von 14 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet werden; Führungen werden nach Bedarf angeboten. Wer danach Appetit hat, kann im "Café Kultur" einkehren.

In der 1855 erbauten Brachter Mühle in Brüggen bietet der Trägerverein bereits am Sonntag, 20. Mai, von 12 bis 18 Uhr Programm: Gezeigt werden eine Fotoausstellung des Fototreffs Schwalmtal sowie eine Ausstellung von Wilfried Füsers mit historischen Ansichtskarten, Briefen und mehr. Beide Ausstellungen sind auch zum Mühlentag von 12 bis 18 Uhr zu sehen. An beiden Tagen kann der Mühlenturm besichtigt werden. Zu sehen sind ebenfalls die Dauerausstellungen zur Tonindustriegeschichte und der umfangreiche Fundus historischer landwirtschaftlicher Geräte. Im Mühlen-Café dreht sich nicht nur ein Kinder-Karussell, sondern auch alles um Kaffee und Kuchen. Langfristig will der Verein auch dafür sorgen, dass die Mühle wieder ihre Flügel erhält.

  • Kreis Viersen : Zum Mühlentag den Westkreis entdecken

Die Stammen-Mühle (Büschen 1a) in Nettetal-Hinsbeck ist heute mehr als eine Mühle - sie dient als Geigenbau-Werkstatt und Konzertraum. Die Anlage ist teilweise restauriert, die Flügel drehen sich noch. Zum Mühlentag sind dort in der Zeit von 11 bis 18 Uhr Besichtigungen möglich, man kann sich Kaffee und süßes Backwerk schmecken lassen.

Die Geschichte der Lüthemühle (Lindenallee 50 in Nettetal-Lobberich) ist eng mit Gastlichkeit verknüpft: Als Vogelsangsmühle war sie 1380 im Besitz des Ritters Sibert von Krickenbeck. Im Jahr 1930 wurde eine Gaststätte in dem Gebäude eröffnet. Später wurde das Haus wegen maroder Substanz abgerissen und neu errichtet. Noch heute finden sich dort Relikte der Vergangenheit: Die 150 Jahre alte Eingangstür konnte erhalten werden, der Brunnen auf der Terrasse wurde aus den alten Mühlsteinen errichtet. Ein außergewöhnlicher Zeitmesser ist das original Ziffernblatt der Pfarrkirche St. Michael in Schwalmtal-Waldniel, das seit mehr als 100 Jahren die Tageszeit anzeigt. Heute gibt es dort auch Hotel und Reitstall.

Nur von außen kann dagegen die Windmühle in Nettetal-Schaag betrachtet werden, sie befindet sich heute in Privatbesitz und dient als ungewöhnliches Wohnhaus. Erbaut wurde sie 1801 von der Schaager Kaufmannsfamilie Moubis, dort wurde Mehl gemahlen - damals war sie die größte Windmühle in der näheren Umgebung. Bis 1919 hatte sie noch Flügel - und sollte sie erst 1987 nach einer vollständigen Restaurierung wieder erhalten.

Die Mühlrather Mühle in Schwalmtal ist vielen Ausflüglern als Restaurant bekannt, die das nördliche Ende des Hariksees besuchen. Sie wurde erstmals im Jahr 1447 erwähnt. Entlang des 30 Kilometer langen Flusslaufs der Schwalm und ihrer Nebenflüsse wurden früher mehr als 35 Mühlen angetrieben - dort wurden Flachs und Leinsamen zu Leinöl geschlagen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde aus der Mühle ein Sägewerk. Damals begann auch die Geschichte als Gasthaus, in dem Fuhrleute einkehrten, um sich zu stärken. Kommerzienrat Kaiser kaufte die Mühle, der Nachbesitzer verwandelte sie in ein Lokal.

(RP)