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Die Schicksale hinter den NS-Opfern in Viersen und Dülken

Stolpersteinverlegung in Viersen : Die Schicksale hinter den Opfernamen

Die kleinen Bronzetafeln im Bürgersteig, die „Stolpersteine“, erinnern an Viersener und Dülkener, die dort wohnten, bevor sie von den Nazis ermordet wurden oder vor ihnen flüchteten. Wer waren diese Menschen?

An der Rheindahlener Straße 38 wurden Stolpersteine für das Ehepaar Abraham Icak und Wilhelmine Brzozowski und deren Sohn Ernst-Karl gelegt. Der Vater wurde von Nazis aus der Straßenbahn geworfen und starb an den Folgen des Unfalls. Mutter und Sohn überlebten.

An der Viersener Straße 16 erinnert ein Stolperstein an Maria Gerdes. Die psychisch kranke Frau starb in der Landesheilanstalt Altscherbitz, laut Diagnose an Lungen- und Drüsentuberkulose bei Schizophrenie.

Franziska Casparius wurde im Mai 1942 in Kulmhof ermordet. Ihrem Sohn Heinz und dessen Frau Freida-Perle gelang die Emigration nach Palästina. Sie wohnten gemeinsam an der Hauptstraße 16.    

Was die Familie Cahn in der Reichspogromnacht im November 1938 erlebte, ließ in ihnen den Entschluss reifen die Heimat zu verlassen und das Haus an der Rektoratstraße 13/15 aufzugeben. Ihnen gelang die Flucht nach Südafrika. Heute erinnern vier Stolpersteine an Hermine und Jakob Cahn sowie ihre Söhne Moritz und Josef.

Dass Bernhard Abraham und seine Frau Grete den Holocaust überlebten, verdanken sie wohlwollenden Mitmenschen. Diese warnten den Arzt vor einer zweiten Verhaftung. Das Ehepaar verließ die Bahnhofstraße 30 in Viersen bei Nacht und Nebel und rettete sich über die Niederlande und Italien nach Palästina.

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Berta und Leo sowie ihre Kinder Irmgard, Erich und Heribert wohnten an der Waldnieler Straße 2. Von der Familie überlebten nur die beiden Brüder, von denen einer in die USA und einer nach Australien emigrierte.

Auch Sophie und David Katzenstein, einst wohnhaft an der Hauptstraße 137/139, gelang die Flucht nach Palästina.

Helene Rothenstein bezahlte ihren guten Glaube, dass es „nicht so schlimm kommen würde und der Krieg ja bald vorbei sei“, wie sie einst gesagt haben soll, mit dem Leben. Die an der Gladbacher Straße 70 in Viersen lebende Frau wurde 1941 deportiert und in Riga ermordet.