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Viersen: Die Rückkehr des Kanal-Checks

Viersen : Die Rückkehr des Kanal-Checks

Nur noch in Wasserschutzzonen sollen nach dem Willen des Landes Besitzer von Altbauten die Abwasserkanäle auf ihre Dichtheit prüfen lassen. Doch große Teile des Viersener Stadtgebiets sind als eine solche Zone ausgewiesen.

Weite Teile Viersens sind weiter von der Pflicht betroffen, die Abwasserkanäle auf ihre Dichtheit zu überprüfen. In Wasserschutzgebieten sollen die Leitungen von Häusern, die vor 1965 gebaut wurden, weiter bis Ende 2015 überprüft werden. Gleiches gilt für gewerbliche Abwasseranlagen von vor 1990. "Alle anderen Abwasserleitungen müssen bis zum 31. Dezember 2020 geprüft werden", teilte das NRW-Umweltministerium mit, das in der vergangenen Woche einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegte.

Neun Monate war Ruhe, doch nun holt die Dichtheitsprüfung viele Hausbesitzer ein. Im Januar war die gesetzliche Pflicht von Landesumweltminister Johannes Remmel vorübergehend ausgesetzt worden. Nun legte sein Ministerium nach. Neu ist, dass es für Häuser, die außerhalb von Wasserschutzzonen liegen, keine Prüffristen gibt, das Land macht keine Vorgaben. Sprich: Sie sind quasi befreit von der Prüfpflicht. Allerdings bestehen große Teile des Stadtgebietes aus Wasserschutzzonen.

Wie viele Bürger von der Pflicht betroffen sind, ist noch unklar. Vor allem die Ortsteile Boisheim und Dülken, aber auch Teile Alt-Viersens (rund um das Gebiet Aachener Weg) sind nach Angaben der Stadt Wasserschutzzonen. Sollte der Landtag die neue Regelung beschließen, würde die gesetzliche Prüffrist für diese Ortsteile gelten. Teile des Dülkener Ortszentrums, die Viersener Innenstadt und seit 2008 auch Süchteln sind hingegen keine Wasserschutzzonen und müssten folglich auch keinen Kanal-Check machen lassen. "Im Interesse der Haus- und Grundstückseigentümer ist die Entscheidung positiv zu bewerten. Auch uns als Betreiber der Abwasseranlagen bleiben unangenehme Auseinandersetzungen mit den Betroffenen erspart", sagte Frank Kindervatter, Geschäftsführer des Versorgers NEW Viersen GmbH. Die NEW hatte noch als Niederrheinwerke ein Kanalinspektionsfahrzeug für 320 000 Euro gekauft.

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Wie der Gesetzesentwurf in Viersen umgesetzt wird, wenn er vom Landtag beschlossen wird, ist aber offen. Das Land räumt den Kommunen weiter großen Spielraum ein. Die Stadtverwaltung hält sich noch zurück. "Wir werden jetzt zunächst die neue Gesetzgebung abwarten", sagt Werner Engelen vom Fachbereich Bauen und Umwelt.

Wie viele Hausbesitzer die Dichtheitsprüfung schon haben machen lassen, ist unklar. Die Stadt verzichtete darauf, sich die Prüfbescheinigung zeigen zu lassen. Klar ist: Die Untersuchungen waren bisher zu einem großen Teil mit Befund, hieß es aus der Verwaltung. Seit Januar hatte sich kaum ein Bürger mehr bei der Stadt wegen des Kanal-Checks gemeldet. FRAGE DES TAGES

(RP)