Schwalmtal: Die Renneperstraße feiert

Schwalmtal : Die Renneperstraße feiert

Verbunden mit dem Bezirksschützenfest Schwalmtal/Brüggen feiert die St. Mauritius-Schützenbruderschaft Renneperstraße ihr Schützenfest. Der Verein blickt auf 100 Jahre zurück.

"Mit Gott" steht im ersten Protokollbuch der St. Mauritius-Schützenbruderschaft Renneperstraße ganz zu Anfang. Und weiter handschriftlich: "St. Mauritius- Schützen-Verein zu Renneperstraße gegründet am 13. September 1909. Im Laufe der vergangenen 100 Jahre hat sich beim Verein einiges getan – und nun soll gefeiert werden. Vom 5. bis zum 10. Juni begehen die Schützen der Renneperstraße ihr Heimat- und Schützenfest, verbunden mit dem Bezirksschützenfest Schwalmtal/Brüggen. Zum Jubiläum ist auch eine Festschrift erschienen, die zeigt, wie sich das Schützenleben in der Sektion im Laufe der Zeit entwickelte.

Befreundete Vereine treffen

Zum Ende des Jahres 1909 zählte der Verein schon 40 aktive und vier passive Mitglieder. Heute ist er auf mehr als das Doppelte mit 96 Schützenbrüdern und -schwestesrn angewachsen. Das erste Schützenfest feierte die Bruderschaft im Juni 1910 zur Dülkener Kirmes. Aber nicht eine Kirmes, wie man sie heute kennt. Die Renneperstraße feierte damals ein richtiges Schützenfest: Der Schießsport stand im Mittelpunkt.

Auch ihr Patron wird mit Kämpfen in Verbindung gesetzt: Die Schützen der Renneperstraße verehren den heiligen Mauritius, der nach der Legende Anführer der Thebaischen Legion war. Er ist Schutzheiliger des Heeres, der Infanterie, der Messer- und Waffenschmied, er wurde angerufen vor Schlachten. Seit zwölf Jahren unternimmt die Bruderschaft Pilgerfahrten zur Märtyrerstätte von St. Maurice in der Schweiz, gemeinsam mit den rheinischen Bruderschaften Bachem von 1640, Freialdenhoven von 1719 und Brandenberg von 1876, die ebenfalls den heiligen Mauritius als Patron haben. Untereinander besuchen sich Abordnungen der befreundeten Mauritius-Bruderschaften bei den jeweiligen Schützenfesten. So lernten die Schützen der Renneperstraße Walliser Schützen kennen, ein Treffen in der Schweizer Gemeinde Visp im August kommenden Jahres vereinbarte man schnell.

Ein Vereinslokal haben die Schützen der Renneperstraße nicht mehr. Seit 1910 war das die Gaststätte Cohnen, wo auch der Schießsport geübt wurde. Vor drei Jahren wurde dort das letzte Sommerfest des Vereins gefeiert. Die Schützen zogen zum Vogelsrather Hof, doch der wurde dann Ende 2007 geschlossen. Nun treffen sich die Bruderschaftler zu Versammlungen in Privathäusern. Der Schießsport fand eine Bleibe beim KKS Birgen.

Zum 100-jährigen Bestehen residiert Werner van Lieberger als König an der Renneperstraße, der vor zwei Jahren die Königswürde holte. Er ist der 20. König der Nachkriegszeit bei der Schützengesellschaft. Das älteste Mitglied ist der erblindete 90-jährige Willi Nooten, der 44 Jahre Kassierer war und bis zum heutigen Tag Ehrenkassierer ist.

(RP)