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Kreis Viersen: Die niederrheinische Einheit

Kreis Viersen : Die niederrheinische Einheit

Mit dem 1. Januar bilden der VRR und die Verkehrsgemeinschaft Niederrhein einen Verbundraum. Tariflich rücken die Kreise Kleve und Viersen zusammen. Mehr Angebote gibt es nicht. Einfacher ist es aber nun, nach Venlo zu fahren.

Der Kreis Kleve ist künftig für den Personennahverkehr im Kreis Viersen kein ganz weißer Fleck mehr. Denn der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und die Verkehrsgemeinschaft Niederrhein (VGN), in deren Gebiet der Nachbarkreis fällt, bilden tariflich einen Verbundraum. Das wird preisgünstiger für alle, die die Kreisgrenze in Bus und Bahn überqueren, das Angebot bleibt aber dürftig.

Ab dem 1. Januar bildet der Niederrhein einen Verbundraum mit dem Ruhrgebiet, der Rheinschiene und dem niederbergisch-märkischen Land. Die bisher unterschiedlichen Tarife werden vereinheitlicht, die komplexen Übergangstarife zwischen Verbundräumen fallen weg. Die neue Preisstufe E auf langen Verbindungen ersetzt überdies den NRW-Tarif — so wird Bus- und Bahnfahren für viele Kunden günstiger und bequemer.

Voraussetzung ist allerdings, dass überhaupt Verbindungen bestehen. In Kempen profitieren Bahnfahrer von dem neuen Tarifverbund in jedem Fall. Die stark frequentierte Strecke zwischen Kleve und Krefeld kann im einheitlichen Tarif befahren werden. Und die Buslinie 063 zwischen Geldern, Wachtendonk und Kempen fällt auch in diese Regelung.

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Ansonsten aber gibt es keine Busverbindung zwischen Kleve und Viersen. Als 1928 im Rahmen einer Gebietsreform Leuth und Hinsbeck aus dem Kreis Geldern herausgelöst und dem Landkreis Kempen-Krefeld zugeordnet wurden — parallel lief auch der Übergang von der Diözese Münster ins Bistum Aachen — kappte die Niag am selben Tag die bis dahin bestehende Busverbindung zwischen Herongen und Leuth. Ältere Bürger werden sich erinnern, dass bis in die 1960er-Jahre hinein die silbernen Niag-Busse vor Tor 9 wendeten. Eine Linie der Stadtwerke Krefeld fuhr damals von Breyell über Leuth, Schloss Krickenbeck, Hinsbeck und Grefrath direkt nach Kempen.

"Grenzüberschreitenden Verkehr" zwischen den beiden niederrheinischen Landkreisen über die bestehenden Verbindungen hinaus plant die Verkehrsgesellschaft Kreis Viersen (VKV) nach Angaben eines Sprechers zurzeit nicht. Es sei untersucht worden, ob beispielsweise zwischen Straelen und Nettetal ein Busbetrieb aufgenommen werden sollte — doch gibt es keinen Bedarf. Dies erfuhr der VRR auch bei den zuständigen Stellen im Kreis Kleve, auch dort sieht man keinen Bedarf für zusätzliche Verbindungen in den Nachbarkreis Viersen. Der VRR gestaltet zwar die Schienenverbindungen, die Busverbindungen überlässt er aber den Kommunen.

So wird es wahrscheinlich eher eine Busverbindung von Kaldenkirchen nach Venlo als nach Straelen geben. Studenten der Fontys-Hochschule haben dazu auf Bitten der Stadt Nettetal bereits Voruntersuchungen geliefert, die auf einen Bedarf schließen lassen. Von Straelen nach Venlo kann man übrigens schon lange mit dem Bus fahren. Es gibt innerstaatliche Grenzen, die undurchlässiger sind, als man glauben möchte. FRAGE DES TAGES

(RP)