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Viersen: Die Narren sind an der Macht

Viersen : Die Narren sind an der Macht

Häuptling Thönne unterliegt den Fähigkeiten des Viersener Prinzenpaares. Er öffnet die Türen des Rathauses.

"Ab 18 Uhr ist schlechtes Wetter angesagt. Gibst du uns jetzt die Schlüssel?" Der Ruf von Senatspräsident Frank Schiffers lässt den Mann mit dem bunten Kopfschmuck energisch den Kopf schütteln. Viersens Bürgermeister Günter Thönnessen hat sich in Häuptling Thönne verwandelt, und der ist gemeinsam mit Old Bourhand — vielen auch als Willy Bouren bekannt — und Ozan Atakani unnachgiebig.

Die Narren, die sich vor dem Stadthaus eingefunden haben, wollen der große Häuptling sowie die beiden kleinen Brüder nicht einlassen. Also muss zur ersten Geheimwaffe gegriffen werden: Die Kinder der Tanzschule Behnecke rocken über den Platz und heizen allen ordentlich ein. Weitere Unterstützung kommt von den rasenden Rahser Möhnen, die mit ihren Tretrollern einlaufen. Sogar das Viersener Prinzenpaar, Prinz Dirk I. (Gerhards) und Prinzessin Annemarie I. (Goletz), sowie das Viersener Kinderprinzenpaar Jonas I. (Schiffer) und Saskia I. (Lennartz) greifen zum Roller und düsen mit. Doch auch das bewegt den Häuptling nicht.

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Selbst eine Premiere hilft den Narren nicht weiter. Die Prinzengarde, von Mitmoderator Uli Dahm auch als Bewegungslegastheniker betitelt, schwingt gemeinsam mit den Altstadt-Möhnen zum Vierscher Lied das Tanzbein. "Die Frauen des weißen Mannes sind schöner als die Männer", lautet lediglich der Kommentar von Häuptling Thönne. Allerdings bittet er einen Deal an: Für den Skalp vom Prinzen mit frischem Blut daran würde er die Türen öffnen. "Wir liefern einen Dülkener Skalp, aber die tun es ja in Viersen nicht", kontert Schiffers, bevor die ersten Kanonenschüsse fallen und das Kinderprinzenpaar zum Tanz ansetzt. Aber weder Jonas I. und Saskia I. noch die "Zuckermäuse" der Blau Weißen Jungs, die mit Radschlägen und Spagat begeistern, erweichen den Häuptling. "Da haben nur 58 Prozent in die Hände geklatscht. Die 100-Prozent-Quote ist nicht erreicht", sagt Thönne.

Weder eine frierende Prinzessin Annemarie I. noch Drohungen von Prinz Dirk I. — "öffne die Tür für mein Volk, sonst sieht es schlecht mit deiner nächsten Wahl aus" — zeigen Wirkung. Dann aber fangen die Häuptlinge sowie der sichtlich gealterte Gerd Zenses als auch der schweigsame venezianische Gast —Dr. Paul Schrömbges — an zu wanken. "Es gibt eine absolute Premiere", kündigt Schiffers an, als ein Krankenbett auf den Platz gerollt wird. Prinzessin Annemarie I. muss ihren Prinzen durch einen Parcours rollen. Die Menge auf dem Platz tobt. Das Gelächter will kein Ende nehmen, als Prinz Dirk I. gut zugedeckt im AKH-Bett liegt. Unter Anfeuerungsrufen geht es um die Pylonen. Aber nicht nur die Prinzessin muss arbeiten. Die alles entscheidende Aufgabe, um die Türen des Rathauses zu öffnen, muss Prinz Dirk I. lösen. Im normalen leben Elektriker, muss er eine Ampel von Rot auf Grün schalten. Spannung liegt in der Luft, als er am Schaltkasten tüftelt. Dann der befreiende Ruf "Geschafft". Die Ampel steht auf Grün, und die Türen des Viersener Rathauses öffnen sich.

(tref)