Kreis Viersen: Die Kröten wandern wieder

Kreis Viersen: Die Kröten wandern wieder

Mit den ersten frühlingshaften Tagen des Jahres beginnt die Wanderschaft der Kröten. Der Landesbetrieb Straßen hat seine Amphibienschutzanlagen repariert. Tausende Kröten können so ungefährdet die Landstraßen passieren.

Rund zwei Wochen später als im Vorjahr haben sich die Kröten auf den Weg zu den Laichgewässern gemacht. Grund dafür ist der lange, harte Winter: "Kröten sind wechselwarme Tiere. Sie verbringen den Winter in einem Quartier und werden erst ab fünf Grad Plus aktiv", sagt Monika Deventer, zuständig für den Artenschutz bei der unteren Landschaftsbehörde. Mit den ersten warmen Tagen des Jahres begeben sich die Kröten auf Wanderschaft. "Seit Mitte März beobachten wir eine Massenwanderung", berichtet Deventer.

Gleichzeitig hat die Straßenmeisterei Nettetal des Landesbetriebes Straßen die Amphibienschutzanlagen an den Landstraßen in der Region in Schuss gebracht. Als Straßenbaulastträger sind sie auch dafür zuständig. Um fünf Anlagen kümmern sich die Mitarbeiter der Straßenmeisterei im Kreis Viersen und im Kreis Heinsberg (siehe Info). Acht Mitarbeiter arbeiten rund zwei Wochen an den fünf Anlagen.

Viele Sturmschäden

Vom Naturschutzbund bekommt die Straßenmeisterei das Signal, dass die Krötenwanderung bald einsetzt. "An den Anlagen geht immer viel kaputt, gerade nach den Stürmen und Unwettern in diesem Winter", sagt Steffen Straub, Leiter der Straßenmeisterei. Zäune müssen repariert und das Gras zurückgeschnitten werden, damit es keine Brücken über die Zäune bildet. Auch die Durchlässe müssen kontrolliert werden und offen sein.

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Mit Eimern arbeitet der Landesbetrieb seit den 90er Jahren nicht mehr, wie Bauingeniuer Straub berichtet. Stattdessen wandern die Kröten durch ein Profil in der Straße, das mit einem Gitter überdeckt ist und gelangen so sicher von einer Seite auf die andere. "In der Regel wandert im Kreis Viersen vor allem die Erdkröte zu den Laichgewässern, sie können Strecken von bis zu einem Kilometer zurücklegen", erklärt Monika Deventer. Auch die Kreuzkröte komme im Grenzwald vor, sie bewege sich aber innähere Abgrabungsbereiche, wie Sand- oder Tongruben.

Im Kreis Viersen gibt es mehrere Artenschutzprojekte. Der Nabu betreut zum Beispiel an der B221 in Brüggen selbstständig ein Dauerprojekt. Auch an der Kreisstraße 4 zwischen Boisheim und Schaag gibt es einen Fangzaun. Er wird vom Kreisbaubetriebshof in Süchteln in Ordnung gehalten. Hier tragen die Naturschützer Kröten noch per Eimer von der einen Seite auf die andere. "Um die 100 Kröten werden dort im Frühling gesichtet", sagt Deventer. Auch Anwohner kümmerten sich zunehmend um wandernde Kröten. Erstmals sei zum Beispiel der Fritzbruch in Süchteln gesperrt worden, weil Anwohner beobachtet hatten, dass hier sehr viele Tiere in die Niersniederung wandern und überfahren werden. Die Anwohnerstraße werde nun nachts bis Mitte April für den Verkehr gesperrt.

Bereits seit 1985 betreut der Landesbetrieb Straßen NRW in Nettetal Artenschutzanlagen an Landstraßen. Die Anlagen aus Pfosten und Mauersperrband bleiben ganzjährig an ihren Standorten. Deventer erklärt: "Hier können auch andere Tiere geschützt auf die andere Seite gelangen, wie Molche, Laufkäferoder Frösche." Die Insekten und Amphibien gelangen automatisch zu den Durchgängen, wenn sie auf den Zaun zulaufen und nach links und rechts nicht ausweichen können.

(RP)