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Viersen: Die Dülken-Aktie ist da

Viersen : Die Dülken-Aktie ist da

Wenn elf Prozent der Dülkener jeweils elf Dülken-Aktien zeichnen, haben wir 2,5 Millionen Euro im Topf, sagt Walter Fleuth, Vorstand der Dülkener Entwicklungs-AG. Das erste Projekt steht in den Startlöchern.

Walter Fleuth schüttelt innerlich immer noch ungläubig den Kopf: "Im Dezember 2007 hatten wir alle Dülkener Ratsherren hier am Tisch — und alle haben die Klappe gehalten."

Schließlich, sagt er, habe er verhindern wollen, dass seine Idee vorzeitig an die Öffentlichkeit kommt und womöglich im Vorfeld zerredet wird. Inzwischen ist die Dülkener Entwicklungs-Aktiengesellschaft gegründet. Zusammen mit der ebenfalls frisch aus der Taufe gehobenen Immobilien-Standort-Gemeinschaft (ISG) soll die "Dülken AG" für Bewegung in der Innenstadt sorgen.

Das erste konkrete Projekt der AG steht bereits in den Startlöchern: Auf dem rund 1000 Quadratmeter großen Gelände der früheren Druckerei Schmitz zwischen Lange Straße und Schöffengasse sollen barrierefreie Wohnungen entstehen. Das Gelände gehört der Gesellschaft, die im Sommer 2007 kurzfristig gegründet wurde.

Im Grunde, sagt Fleuth, entspricht die DE AG in ihren Zielen eher einer Genossenschaft. Es sei nur einfacher gewesen, eine Aktiengesellschaft zu gründen. 65 000 Euro Stammkapital sind eingezahlt, doch es soll viel mehr werden.

Dazu gibt es "Verpflichtungserklärungen": Wer eine "Dülken-Aktie" möchte, unterschreibt ein solches Formular. Wenn genügend Anfragen vorhanden sind, "beschließt die Hauptversammlung der AG eine Kapitalerhöhung und wir können die entsprechenden Aktien ausgeben", erläutert Fleuth. Da ein Börsengang kein Thema ist, erfolgt die Ausgabe zum Nennwert von 100 Euro.

"Das kann man prima als Geschenk nutzen", sagt er. Zugleich schaffe die Düllken-Aktie eine "Gesamtidentifikation". Allerdings werde man keine echten Aktien drucken, sondern so genannte Belegpapiere verteilen. Es gebe "tägliche Anfragen" nach neuen Aktien, auch habe er die Gesellschaft in Vorträgen bei den Dülkener Vereinen bekannt gemacht. "Im Juni hatten wir Erklärungen für weitere 85 000 Euro."

Die neuen Wohnungen, öffentlich gefördert, werde man vermieten oder vorzugsweise verkaufen. Das gewonnene Geld werde in weitere Projekte in Dülken gesteckt. Ein weiterer Schritt voran sei die Gründung des Vereins ISG mit zunächst Stefan Brockers an der Spitze. Dem Metzgermeister stehen Ulf Jansen als Stellvertreter und Martin Recker als Kassenwart zur Seite.

Fleuth: "Durch Landesmittel, Geld von der Stadt und Zahlungen der Vereinsmitglieder ist für die ersten zwei Jahre ein Gesamtetat von rund 150 000 Euro gesichert." Damit lasse sich einiges bewegen. Zurzeit werden Mitglieder geworben. 250 können es werden, hat Fleuth ausgerechnet. Und über deren Arbeit soll viel gesprochen werden.

(RP)