Deutsch-Holländischer Stoffmarkt ist zweimal im Jahr in Viersen zu Gast

Stoffmarkt in Viersen: Erst anfassen, dann einpacken

Rund 100 Stände hatten die Händler beim Deutsch-Holländischen Stoffmarkt in Viersen aufgebaut. Die Kunden konnten in Knopf-Kisten wühlen, Stoffballen befühlen und an Reißverschlüssen ziehen.

Die Fußgängerzone in Viersen ist an diesem Freitagmittag übersäht von Frauen, die Stoffe befühlen. Dünne und dicke Textilien, flauschige, strukturierte, wild gemusterte oder unifarbene. Auch Knöpfe, Garne, Reißverschlüsse, Zackenlitzen und Falz-Tressen müssen erst den Anfass-Test bestehen, bevor die überwiegend weibliche Kundschaft des Deutsch-Holländischen Stoffmarkt ihre Portmonees zückt.

Jenny Mann entdeckte das Stoffmuster ihrer selbstgenähten Tasche. Foto: Nadine Fischer
Frank Körner verkaufte an seinem Stand Kurzwaren. Seit 13 Jahren leitet er den Deutsch-Holländischen Stoffmarkt. Foto: Nadine Fischer

Zweimal im Jahr gastiert der Markt in Viersen – zuletzt im vergangenen Juni. „Wir sind hier heute mit rund 100 Ständen vor Ort“, sagt Marktleiter und Kurzwarenhändler Frank Körner. Angeboten werde Nähmaterial in vielen verschiedenen Varianten, „sodass die Kunden auch das finden, was sie suchen.“ Besonders gefragt: „Bio- und Naturstoffe, aber auch Softshell.“

Marktbesucherin Vera Schreurs-Dahlmann suchte Stoffe für Pullover. Foto: Nadine Fischer
Kristina Kemper aus Willich bot selbstgenähte Applikationen an. Foto: Nadine Fischer

Bei so viel Auswahl fällt es nicht jedem Kunden leicht, sich schnell zu entscheiden. „Ich bin etwas überfordert“, sagt Jenny Mann, die Stoffe für Herbst- und Winterpullover kaufen möchte. Die 33-Jährige besucht zum ersten Mal einen Stoffmarkt, „sonst bestelle ich eher im Internet“, erzählt sie. „Aber es ist schon schön, dass man die Stoffe hier vor dem Kauf sieht und anfassen kann“, ergänzt die Mönchengladbacherin.

Knöpfe für Trachten, in Form kleiner Traktoren, rund eckig, aus Holz oder Kunststoff: Die Auswahl war groß. Foto: Nadine Fischer
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Auch die Süchtelnerin Vera Schreurs-Dahlmann ist zum ersten mal beim Viersener Stoffmarkt. „Vorher haben wir es terminlich einfach nie geschafft“, sagt die 59-Jährige. Sie sucht nach Material für Pullover und Tuniken, „die Stoffe sollen möglichst dick sein und sich vernünftig anfühlen“. Weil sie auch für ihren Mann Siegfried näht, greift der 72-Jährige ebenfalls immer wieder nach Stoffballen. Wichtig ist ihm vor allem eins: „Dass der Stoff nicht kratzt.“

Schreurs-Dahlmann näht gerne, weil sie dann individuell Maßgeschneidertes tragen kann. „Ich kann mir den Schnitt aussuchen, den Stoff, das Muster“, sagt sie. „Viele wollen einfach nichts von der Stange“, weiß auch Händler Körner. Das freut ihn natürlich, denn es sorgt für viel Publikum auf dem Stoffmarkt: „Unsere Sachen sind gefragt.“

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