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Viersen: Der Schneeschipp-Knigge

Viersen : Der Schneeschipp-Knigge

Der Winter hat den Niederrhein fest im Griff. Am Wochenende werden nicht nur die Winterreifen Pflicht, es droht auch wieder Blitzeis. Wie man in diesen Tagen richtig Schnee schippt, zeigt Physiotherapeut Robert Steenman.

Passend zur Adventszeit hat Frau Holle mehrmals kräftig ihre Kissen geschüttelt und die ganze Landschaft unter einer dicken Schneedecke versteckt. Das bedeutet also, dass wir früher aus dem Bett müssen, um die Bürgersteige, Einfahrten und Zuwege vom weißen – nach ein paar Stunden eher braunen bis schwarzen – Pulver- beziehungsweise Matschschnee zu befreien. Da bei dieser Form von Frühsport Kraft und Ausdauer erforderlich sind, werden sich wohl in den meisten Haushalten murrend die Männer die Schneeschippe schnappen und in die eisige Kälte stapfen.

Dabei gilt es aber, auf die richtige Körperhaltung zu achten. Ansonsten kann es im schlimmsten Fall zu Rückenverrenkungen oder sogar Bandscheibenvorfällen kommen. Wie es richtig geht, zeigt Robert Steenman, Leiter der Physiotherapie an den LVR-Klinik für Orthopädie in Süchteln. Das Wichtigste ist, "jeder sollte sich richtig einschätzen, sonst wird es schmerzhaft", sagt der Physiotherapeut. "Gerade ältere Menschen können oft nicht genug Kraft aufbringen und überschätzen sich dabei."

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Bei Schmerzen sofort aufhören

Deshalb sollte man beim ersten Anzeichen von Schmerzen eine Pause einlegen. "Sollte der Schmerz danach sofort erneut auftreten, bitten Sie Nachbarn oder Freunde, Ihnen zu helfen", rät der 51-Jährige. "Nachbarskinder freuen sich doch eigentlich immer, sich ein paar Euros dazu zu verdienen", ergänzt er mit einem Augenzwinkern.

Beim Schneeschippen ist wichtig, den Rücken immer gerade zu halten und aus dem Schwung heraus zu arbeiten. "Die Bewegung ist ähnlich wie beim Staubsaugen, der untere Rücken ist ganz leicht im Hohlkreuz und der Oberkörper ist nach vorne gebeugt", erläutert Steenman. Dabei kommt die Kraft aus den Beinen. Mit einer Wippbewegung wird die Belastung vom hinteren auf das vordere Bein schwungvoll verlagert. Das vordere Bein ist dabei leicht gebeugt. Und der Rücken weiterhin gerade.

"Das ist besonders wichtig, wenn man einen größeren Schneehaufen zur Seite schaufeln möchte", erläutert der Physiotherapeut, der seit 20 Jahren an der Klinik arbeitet. "Hierbei muss der ganze Körper gedreht werden, am besten mit einem Schritt zur Seite – man sollte bloß nicht nur den Oberkörper drehen." Denn dabei kann man sich erhebliche Schäden am Rücken zuziehen.

Wenn es hart auf hart kommt, und der Schnee über Nacht vereist, so dass eine einzige Eisplatte entsteht, "braucht man eine richtige Schaufel, mit der man von oben herab zunächst die Fläche in kleine Stücke zerhackt, bevor man sie einzeln wegschippen kann", rät der Physiotherapeut.

(RP)