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Viersen: Der Regen behindert die Getreideernte

Viersen : Der Regen behindert die Getreideernte

Die Landwirte hoffen, dass es endlich trocken wird. Erst dann kann die Ernte so richtig losgehen. Auf der anderen Seite ist durch den Regen der Ertrag reichlich. Das drückt die Preise.

Getreide, so weit die Felder reichen: "Jetzt warten wir auf Erntewetter", sagt Paul-Christian Küskens zur aktuellen Lage. Im Gespräch mit der RP berichtet der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Krefeld-Viersen vom frühen Beginn der Gerste-Ernte, von den aktuellen Wetterverhältnissen und äußert sich zur "Vermaisung".

"Durch den milden Winter, das sonnige Frühjahr und die sommerlichen Temperaturen sind alle Fruchtarten gute zwei Wochen früher als sonst", sagt Küskens. Er erwartet im Vergleich zum Vorjahr eine gute Ernte mit einem leicht erhöhten Ertrag, aber niedrigeren Preisen. "Wenn die Wintergerste gedroschen ist, steht am Ende die Weizenernte an", kündigt der Landwirt an. Einzig das Wetter spielt nicht mit: "Die Getreidekörner dürfen nicht mehr als 15,5 Prozent Feuchtigkeit enthalten, damit sie lagerfähig sind. Nach den schweren Regenfällen in der vergangenen Woche mit 100 Millimetern Niederschlag in zwei Tagen ist das Getreide feucht", sagt Küskens.

Da heißt es Nerven bewahren, einfach abwarten. Denn auch der modernste Landwirt ist vom Wetter abhängig. Problematisch für die Ernte sei laut Küskens vor allem das durch Regen und Wind umgekippte Getreide. "Regen und Sonne sind beide wichtig für die Landwirtschaft", sagt der Kreisvorsitzende. "Man arrangiert sich", ist seine Erfahrung. Anderen Kulturen tat der Regen gut, beispielsweise wachsen dank viel Regen der Mais, die Kartoffeln und Zuckerrüben sehr gut.

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Doch zurück zum Getreide: Das kühle, niederschlagsreiche Frühjahr tat den Beständen gut. Entsprechend positiv sind die Aussichten für Ertrag und Qualität. Die Getreidepreise stehen unter Druck. Denn insgesamt rechnet man weltweit mit einer guten Ernte. Hohe Mengen bedeuten oft auch niedrige Preise. Küskens dazu: "Das gute Preisniveau des Jahres 2012, als der Erzeugerpreis immer über 20 Euro pro Doppeltonne Brotweizen und Gerste lag, wird voraussichtlich nicht erreicht."

Dann kommt Küskens auf die "Vermaisung" zu sprechen: "Im Kreis Viersen belegt der Mais 20 Prozent der Anbaufläche. In Kempen, Grefrath und Willich liegen die Werte laut aktuellen Zahlen der Landwirtschaftskammer noch darunter. Von einer 'Vermaisung' genannten Monokultur kann also keine Rede sein."

Auch wehrt sich Küskens gegen den Vorwurf, der Maisanbau führe zu "toten Flächen". Er sagt: "Das stimmt so nicht. Denn beim Mais gehen wir nur gegen Unkraut vor und sprühen keine Pestizide. Nach der Ernte werden diese Felder im Sinne der Wechselfruchtfolge neu begrünt."

Nun warten seine Kollegen und er auf das perfekte, trockene Erntewetter für Getreide. Die Ernte wird reich ausfallen, was die Preise drückt. Dafür muss es aber erst einmal trockener sein.

(RP)