Der neugestaltete Spielplatz im Baumviertel von Brüggen ist fertig

Baumviertel : Die Spielplatzretter von Brüggen

Vor knapp vier Jahren sollte der Spielplatz im Brüggener Baumviertel Mehrfamilienhäusern weichen. Die Nachbarn protestierten – und packten mit an, um den Platz neu zu gestalten. Nun ist er fertig.

Mit einem Zauberer, Getränken und Würstchen vom Grill feiern die Nachbarn an diesem Tag am Lindenweg und am Birkenweg im Brüggener Baumviertel. „Der Spielplatz war schon früher immer Mittelpunkt in der Nachbarschaft“, sagt Erwin Nasarzewski. Der Rentner ist Anwohner und war einer der sechs Nachbarn, die sich 2016 und 2017 federführend für einen Erhalt und eine Aufwertung des Spielplatzes eingesetzt hatten.

Wo heute eine Seilbahn, Klettergerüste, Schaukeln und eine Rutsche stehen, sollten im Jahr 2015 noch Mehrfamilienhäuser entstehen. „Wir mussten dringend ein Grundstück in Brüggen finden, das geeignet war, und auch zeitnah mit dem Bau beginnen“, sagt Frank Gellen (CDU), Bürgermeister der Burggemeinde.

Die Anwohner waren mit den Plänen nicht einverstanden. Nach anfänglichen Reibungen zwischen Nachbarschaft und Gemeindeverwaltung kamen jedoch beide Parteien an einen Tisch und zogen schließlich gemeinsam am selben Strang: Es wurde ein Plan entwickelt, wie man den trostlosen und wenig besuchten Flecken im Wohnviertel aufwerten könnte.

Der Platz wurde von Bürgermeister Frank Gellen (rechts) eröffnet. Foto: Julia Zuew

„Es sollte kein Gießkannenprinzip geben“, sagt Wolfgang Bonsels. Auch er gehört zu den Sechs, die sich für den Spielplatz einsetzten. „Stattdessen sollten die Mittel auf einen Spielplatz konzentriert werden“, sagt der 55-Jährige. Ziel sei es außerdem von Beginn an gewesen, die Kosten so gering wie möglich zu halten, aber damit bestmögliche Ergebnis zu erzielen, sagt Bonsels.

Insgesamt hat der Spielplatz rund 30.000 Euro gekostet, die Kosten trug in vollem Umfang die Gemeinde. „Wir hatten auch Spielplaner hier vor Ort, die teurer geplant hatten“, sagt Michael Syperrek, 38 Jahre alt und zweifacher Vater. „Schließlich haben wir aber die für uns beste Lösung gefunden.“

Und die kann sich sehen lassen: Von Bäumen umrandet, mit Spielgeräten und grünem Rasen und Sitzbänken ist ein Platz entstanden, der nicht nur zum Spielen einlädt. „Hier kommen auch Menschen mit Picknickkörben hin, der Platz ist jetzt sehr gut besucht“, sagt Bonsels. Dies sei früher anders gewesen – das habe aber am Zustand des Platzes gelegen.

Vor dreißig Jahren habe die Nachbarschaft hier Maibäume aufgestellt, Feste gefeiert und den Platz gemeinsam genutzt, erinnert sich Nasarzewski. Dies war mit der Zeit verebbt – aber der Bedarf für einen attraktiven Spielplatz war immer da. „In die Häuser ziehen mit der Zeit schließlich auch jüngere Menschen ein“, sagt Nasarzewski. „Durch die Arbeit daran haben wir uns hier in der Umgebung alle auch richtig kennengelernt“, sagt Syperrek.

Die Zusammenarbeit sieht Bürgermeister Gellen als Erfolg und ein gelungenes Beispiel für weitere ähnliche Projekte. „Ich finde es gut, dass wir über unseren gemeinsamen Schatten springen konnten“, sagt Gellen.

Dabei sei das Zusammenkommen in der Sache erst der Anfang gewesen. Es galt einen Plan auszuarbeiten, und dabei hätten sich die Anwohner mit sehr viel Energie eingebracht. Beispielsweise zeichnete Anwohner Reiner Franke den Plan für den Spielplatz, Bonsels sieht sich als Vermittler zwischen Nachbarschaft und Verwaltung. Wilfried Bouscheljong, Leiter des Brüggener Sportamts, und Sandra Wolff, beim Sportamt unter anderem zuständig für Ferienfreizeitangebote, begleiteten die Planungen.

Als feststand, was auf dem Grundstück gemacht werden muss, mussten die Kosten geplant und die Mittel in der Verwaltung genehmigt werden. Mitunter ein Grund, warum der Spielplatz erst dieses Jahr fertiggestellt und übergeben werden konnte: „Wir mussten die einzelnen Maßnahmen Stück für Stück umsetzen“, sagt Gellen. So folgte ein Spielgerät nach dem anderen, bei der Installation und den Arbeiten an der Grünfläche musste außerdem das Wetter mitspielen.

„Es sollte etwas von allen für alle werden“, sagt Wolfgang Bonsels. Und dies sei gelungen: „Wir kümmern uns gemeinsam um den Platz. Wenn wir den Eindruck haben, etwas muss aufgeräumt oder gemacht werden, organisieren wir das unter uns.“

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