Der Naturpark Schwalm-Nette plant Millionen-Investition

Grenzland : Naturpark plant 1,14 Millionen Euro ein

Der Naturpark Schwalm-Nette hat sich mit seiner Bewerbung für die Naturparkschau 2021 nicht durchsetzen können. Die Entscheidung über eine Umbenennung des Naturparks wurde aufs Frühjahr verschoben.

Der Naturpark Schwalm-Nette behält vorerst seinen Namen – jedenfalls für die kommenden Monate. Die Verbandsversammlung, die am Freitag auf Schloss Dilborn bei Brüggen tagte, verschob die Diskussion über eine mögliche Umbenennung auf die nächste Sitzung im April. Grund: Zukunftsforscher Andreas Reiter vom Zukunftsbüro ZTB aus Wien konnte an der Sitzung am Freitag nicht teilnehmen, den geplanten Vortrag über das Für und Wider einer Umbenennung nicht halten.

Im Herbst 2017 hatte Verbandsvorsteher Andreas Coenen (CDU), Landrat des Kreises Viersen, in der Verbandsversammlung den Vorschlag eingebracht, den Naturpark Schwalm-Nette umzubenennen in „Naturpark Niederrhein“. Damals und im Frühjahr 2018 wurde schon über das Für und Wider eines neuen Namens diskutiert, auch die Frage nach den Kosten aufgeworfen.

Für den neuen Namen hingegen spreche, dass die Flussnamen Schwalm und Nette in Deutschland mehrfach vorkommen, der Niederrhein hingegen geografisch eindeutig zu verorten sei. Auch sei der Begriff „Niederrhein“ positiv besetzt. In der jüngsten Sitzung am Freitag warb Coenen dafür, die Diskussion nicht länger aufzuschieben und im April einen Beschluss zu fassen: „Entscheidungen werden in der Regel nicht besser dadurch, dass man sie liegen lässt.“ Allerdings müsse man die Entscheidung auch fundiert treffen können, „den Namen ändert man nicht mal eben so“. Deshalb sei es wichtig, den Vortrag Reiters dazu zu hören.

Thomas Fegers aus Mönchengladbach fragte nach den Kosten: „Eine Umbenennung zum Nulltarif gibt es nicht.“ Naturpark-Geschäftsführer Michael Puschmann berichtete, dass der Naturpark Rheinland für seine Umbenennung vor einigen Jahren rund 5000 Euro bezahlt habe. Schließlich müsse man nicht alles sofort ändern. Neue Schilder etwa könne man dann anbringen, wenn ohnehin ein Austausch nötig sei.

Finanziell steht der Naturpark Schwalm-Nette derzeit gut da, im Entwurf für 2019 ist ein ausgeglichener Haushalt vorgesehen. Dem Gesamtbetrag der Erträge von 1,14 Millionen Euro stehen Aufwendungen in Höhe von 1,14 Millionen Euro entgegen. Rund 570.000 Euro mehr hatte der Naturpark zuvor eingeplant – Geld, mit dem der Naturpark durch die Teilnahme an der Naturparkschau 2021 neue Projekte hätte umsetzen wollen. Doch aus der Naturparkschau 2021 wird nun nichts: Wie Puschmann am Freitag berichtete, habe der Naturpark Schwalm-Nette „eine sehr gute Bewerbung mit einem sehr guten Konzept in Düsseldorf vorgestellt“, dann jedoch die Nachricht erhalten, dass man nicht gewonnen habe. Eine Begründung habe es nicht gegeben.

Wie Verbandsvorsteher Coenen erklärte, gehöre es zum Selbstverständnis des Naturparks, dass man sich an dem Wettbewerb beteilige. Es sei jedoch „sinnhaft, diese Art der Finanzierung durch das Land zu hinterfragen“. Die Teilnahme am Wettbewerb stelle für die Naturparke, die sich beteiligten, einen hohen Aufwand dar. Coenen: „Es ist die Frage, ob diese Art der Teilfinanzierung der Naturparke auf Dauer trägt.“ Gleichzeitig versicherte er den Versammelten: „Unsere Arbeit wird keinen Schaden nehmen.“

So will man sich im Naturpark in den kommenden Jahren auf mehrere Projekte konzentrieren, die teils schon laufen, teils auch neu sind. Dazu zählen die Naturpark-Kitas, von denen es derzeit fünf gibt (eine in Brüggen, zwei in Niederkrüchten, eine in Kempen und eine in Wachtendonk). Mit dem städtischen Kindergarten in Merbeck könnte bald eine sechste Naturpark-Kita hinzukommen. Weitere Schwerpunkte mit verschiedenen Partnern: das Projekt „Local emotions“, der Rur-Ufer-Radweg, eine Naschallee, barrierefreie Naturerlebnis-Angebote, das Projekt „Wandern mit und ohne Handicap“ sowie eine Regionalitätsstrategie zur Unterstützung heimischer Produkte, Hotels und Restaurants. Dem Haushaltsentwurf gab die Versammlung einstimmig statt.

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