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Viersen: Der Mann, der 15 Sprachen spricht

Viersen : Der Mann, der 15 Sprachen spricht

Frank Klichowski hat ein Faible für Fremdsprachen. Auch für exotische. Der Viersener unterrichtet an der Krefelder Volkshochschule Dänisch, Norwegisch – und Thailändisch. "Das ist sogar eindeutiger als Deutsch", sagt er. Zurzeit studiert er selber Mechatronik.

Wer "mit fremden Zungen reden" will, darf nicht auf Erleuchtung hoffen. Er muss Fremdsprachen lernen. Bei der Krefelder Volkshochschule (VHS) beispielsweise, wo in 298 Kursen 26 Fremdsprachen angeboten werden. Englisch, Französisch oder Niederländisch gehören zum Standardangebot, aber auch für Chinesisch, Japanisch oder gar Tibetisch gibt es Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Je exotischer die Sprache, desto exotischer auch der Name des Lehrenden, das zeigt ein Blick ins VHS-Programm.

Nur nicht bei Thailändisch, das unterrichtet Frank Klichowski (45). Der Viersener ist natürlich kein Muttersprachler, aber offensichtlich ein Sprachgenie. Ostasienwissenschaften studierte er in Köln und im japanischen Kioto. 15 Sprachen spricht er, aufgewachsen ist er zweisprachig mit Deutsch und Dänisch. Schon im Kindergartenalter kamen Englisch und Spanisch hinzu, zuerst imitierend, auch beim Hören mexikanischer Lieder. Ab der 5. Klasse erlernte er dann die Strukturen und die Grammatik.

"Ich kann mir leicht Wörter merken", sagt der Dozent: "Thailändisch ist nicht schwierig, es ist sogar eindeutiger als Deutsch." Etwa ein Jahr brauchte er zum Erlernen, erinnert er sich. 44 Konsonanten und 32 Vokale gibt es, die in einer eigenen Buchstabenschrift notiert werden. Dass derselbe Vokal mal kurz und mal gedehnt gesprochen wird, kommt also nicht vor.

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Als Lehrer in dieser Sprache hat Klichowski bereits Erfahrung und weiß, dass manche erwachsene VHS-Schüler Thai für den Urlaub lernen wollen. Oder weil sie Familienbeziehungen zu Thailand haben oder geschäftlich dort unterwegs sind. Frank Klichowski ist auch für Thai Übersetzer und Dolmetscher bei Behörden.

Noch "fremder" als diese Sprache ist die der amerikanischen Indianer. Weil sich Frank Klichowski für deren Kultur interessiert, lernte er die Sprache der Navajos. Und löste Erstaunen aus, als er sich mit ihnen in ihrer Sprache unterhielt. Erstaunlich ist aber auch, was er sonst noch kann und tut. Er unterrichtet auch Mathematik und macht zurzeit ein Fernstudium mit dem Ziel, Diplom-Ingenieur in Mechatronik zu werden.

Lehren und Lernen sind bei ihm kaum zu trennen, er ist neugierig. Von seinen Sprachschülern erwartet er kein Sprachtalent: "Aber Fleiß sollten sie mit Sicherheit mitbringen." Thailändisch könne jeder in zwei Jahren lernen, glaubt Frank Klichowski. Und das ist ihm zu glauben, einigen seiner Schüler bescheinigt er, schon sehr, sehr viel gelernt zu haben. Er hat einen hohen Anspruch, auch an sich selber und meint, Französisch könne er nicht so perfekt. Lesen und verstehen wohl, aber unterhalten habe er sich länger nicht mehr.

Die exotischen Sprachen benutzt er öfter, sogar Hindi und Laotisch gehören dazu. Und dass es immer mehr Gesprächspartner für Thailändisch gibt, dafür sorgt er selber.

(RP)