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Der Kampf gegen Tauben in Viersen — wie es nicht geht

Fußgängerzone Viersen : Der Kampf gegen Tauben — wie es nicht geht

Der Kreis Viersen stuft den Einsatz eines Vergrämungsmittels auf Ästen als bedenklich ein, es könnte den Tieren schaden.

Die Mitglieder des Ordnungs- und Straßenverkehrsausschusses befassen sich in ihrer Sitzung am Dienstag, 12. März, mit einem Antrag der CDU-Ratsfraktion, die einer „Taubenplage“ am Remigiusbrunnen in der Viersener Fußgängerzone ein Ende setzen möchte. Eine Idee: Auf die Äste der Bäume am Brunnen könnten Vergrämungsmittel aufgebracht werden, so wie an einem Baum am nahegelegenen Bienenbrunnen. Die Stadtverwaltung weist jedoch in der Sitzungsvorlage darauf hin, dass dieses Mittel nach neueren Erkenntnissen für die Tauben schädlich sein könnte, die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Viersen stufe den Einsatz als bedenklich ein.

Testweise hatte die Verwaltung 2015 im Bereich des Bienenbrunnens, in der Fußgängerzone nahe der Lindenstraße, ein Vergrämungsmittel eingesetzt. Es sollte „unangenehm für die Tauben sein und ein Verweilen auf dem behandelten Baum wegen zu weichem Untergrund unattraktiv machen“, erläutert die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche in der Sitzungsvorlage. Das Mittel wurde aufgetragen und dann mit Sand bestreut, „um eine gesundheitliche Beeinträchtigung der Tauben zu verhindern“. Weil mittlerweile bekannt sei, dass Tauben und andere Tiere Schaden nehmen könnten, werde das Mittel von der Verwaltung vorsorglich nicht mehr verwendet, erläutert Fritzsche. „Es gibt allerdings kein Verbot zum Auftragen des Vergrämungsmittels.“

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Wegen des CDU-Antrags habe die Verwaltung aktuell die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Viersen um eine Stellungnahme gebeten.

CDU-Ratsherr Wiggers stört sich vor allem am Taubenkot in der Fußgängerzone: „Das ist einfach unappetitlich“, sagt er. „Der Zustand an der Ecke Hauptstraße/Löhstraße ist unhaltbar. Der Taubenkot und die Taubenplage haben an dieser Straßenecke ein bedenkliches Ausmaß erreicht.“ Im Laufe des vergangenen Jahres sei es „immer stärker geworden“. Das Ziel sei, das Problem „mit einfachen Mitteln zu beheben“, betont Wiggers. Welche genau das am Ende sind, soll im Ausschuss diskutiert werden. Um Tauben aus einer Fußgängerzone zu vertreiben, helfe nachhaltig eigentlich nur eins, sagt Volker Guske, Vorsitzender des Landesverbands NRW der deutschen Schädlingsbekämpfer. „Ein Ordnungsdienst muss Verbote gegen das Füttern der Tiere aussprechen und dafür sorgen, dass Passanten keinen Nahrungsmittel wegwerfen.“ Dann würden sich die Vögel einen neuen Platz suchen. Taubenspikes – spitze Metallstäbe etwa auf Fenstersimsen –, Netze in Bäumen, blinkende CDs oder Vergällungsmittel wirken Guskes Erfahrung nach nur kurzfristig, weil sich die Tiere daran gewöhnen.