Viersen: Der alte evangelische Friedhof ist jetzt saniert

Viersen : Der alte evangelische Friedhof ist jetzt saniert

Vom Trümmerfeld zum Schmuckstück — Bürger und Sponsoren ermöglichten die Sanierung des Gottesackers

Vor 25 Jahren stellten die Viersener Protestanten fest, dass ihr alter Friedhof "düster und dunkel" ist. Jetzt ist er fertig saniert und in einem "tollen Zustand", wie Leopold Freiherr von Diergardt bei der feierlichen Einweihung feststellte. Der Vorsitzende des "Fördervereins Alter Evangelischer Friedhof" war bei einem Betriebsausflug 2001 entsetzt über den Zustand des Friedhofes, der Grabstätte seines für Viersen bedeutenden Ur-Ur-Ur-Großvaters, des Unternehmers und Wohltäters Friedrich von Diergardt und weiterer wichtiger Persönlichkeiten. Er gründete mit einigen weiteren Viersener Protestanten am 25. August 2010 den Förderverein mit einem Startkapital von 50.000 Euro.

Viele Viersener Unternehmer und mehrere Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde fanden zwischen 1825 und 1893 ihre letzte Ruhestätte auf dem alten evangelischen Friedhof. Der wurde jetzt für rund 200.000 Euro saniert. Foto: Jörg Knappe

Schnell stellte der Verein in Zusammenarbeit mit Denkmalpflegerin Ellen Westerhoff fest, dass zur Sanierung des Friedhofes, der offiziell von 1825 als Nachfolger des Kirchhofes bis 1893 genutzt wurde, als Tote nicht mehr in der Stadt begraben werden durften, rund 200.000 Euro nötig waren. Da half die Bitte bei vielen Sponsoren und vor allem bei der Sparkasse, so dass 2015 der angesammelte Betrag ausreichte, um nicht nur die Arbeit des Steinmetzes Burkhard Klöter, sondern auch die Bearbeitung der Grünflächen und die Fällung der Bäume zu bezahlen.

Zunächst zitierten Pfarrer Hans Bretschneider und seine neue Kollegin Kathinka Brunotte aus dem Brief des Paulus an die Thessaloniker, um die trotz aller Vergänglichkeit ewige Treue Gottes zu den Menschen zu betonen. Ellen Westerhoff erläuterte die angefallenen Arbeiten und berichtete, dass nach den ersten Sanierungen der Friedhof "wie ein Trümmerfeld aussah", denn Klöter musste die Bruchsteine einsammeln, um mit den Restaurierungen beginnen zu können. "Wir haben unser Ziel jetzt erreicht", freute sich Ellen Westerhoff über die Förderung durch den Verein.

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Diergardt dankte im Namen des Fördervereins - "einem kleinen Verein mit einer Mammutaufgabe" - allen, die zu der Fertigstellung beigetragen haben sowie Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) und der Technischen Beigeordneten Beatrice Kamper und vor allem der Sparkasse. Sein Dank galt auch Professor Leo Peters von Landschaftsverband und Armin Huber von der NRW-Stiftung Natur, Heimat, Kultur. Anemüller erklärte: "Es ist toll, wenn viele Hände dafür arbeiten." Sie dankte Diergardt, dass sein Verein dieses "städtebauliche Schmuckstück" wieder sehenswert gemacht hat und bat: "Bitte machen Sie weiter!" Denn die Stadt hat den Friedhof in Erbbaupacht übernommen und ist jetzt für die Pflege zuständig. Leo Peters, der stolz ist, "dass ich zur Kulturförderung auch beitragen konnte", las Passagen aus dem Heimatbuch 1972 des Kreises Viersen vor, dass dieser Friedhof ein "Fingerabdruck der Gemeinde Viersen" sei, auf dem viele bedeutende Unternehmer und auch mehrere Pfarrer der evangelischen Gemeinde begraben wurden.

Der Friedhof ist innerhalb des städtischen Grüngürtels frei zugänglich, doch bitten alle darum, die Stätte zu ehren und nicht wieder zu verunreinigen und zu zerstören.

(RP)
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