Viersen: Den Zeitrahmen eingehalten

Viersen : Den Zeitrahmen eingehalten

Ein halbes Jahr dauerte die Sanierung der evangelischen Kirche in Süchteln. Am morgigen Sonntag öffnet die frisch renovierte Kirche zum ersten Mal wieder ihre Türen.

Der Geruch nach Farbe liegt noch in der Luft, aber das ist nicht das einzige Indiz für die sechs Monate dauernde Bautätigkeit in der evangelischen Kirche in Süchteln — die nun ihr Ende gefunden hat. Am morgigen Sonntag öffnet das Gotteshaus wieder seine Türen für die Gläubigen.

Geschlossen wurden die Pforten der Kirche am 26. März, damit die Arbeiten in Angriff genommen werden konnten. Die Kirche hat eine neue, gasbetriebene Fußbodenheizung mit Brennwertgastherme anstelle der alten, in die Jahre gekommen und teueren Elektroheizung bekommen. Dafür musste die gesamte Kirche leer geräumt und die alten Schieferbodenplatten entfernt werden. Zudem bekam die Kirche einen neuen Wandanstrich, und auch der Treppenaufgang, die Orgelpodestfläche sowie die Türen wurden neu gestrichen. Die Kanzel erhielt eine neue Lasur.

"Wir sind erleichtert, dass alles so problemlos über die Bühne gegangen ist, und wir alles in dem geplanten halben Jahr geschafft. Das Viersener Architektenbüro Dewey und Blohm-Schröder hat hervorragende Arbeit geleistet", lobt Hugo Herzfeld, der ehemalige Baukirchmeister. Er selbst führte ein Baustellentagebuch, in dem er jeden Schritt festhielt.

Neben dem frisch Gestrichenen erwartet den Besucher auch in Sachen Boden ein etwas anderer Anblick. Es war von vornherein klar, dass nicht alle Schieferplatten den Ausbau überstehen würden. Dreiviertel der Platten konnten aber ohne Schäden entfernt werden, sodass das Ziel, die Kirche bis auf den mittleren und vorderen Bankbereich wieder damit auszulegen, realisiert werden konnte. Unter den anderen Bänken befindet sich nun ein Holzfußboden aus Eiche.

Die alten Schieferplatten sehen wie neu aus. Sie wurden abgeschliffen und erhielten so eine neue Oberfläche. Eine Erweiterung erfuhr das Podest unter der Kanzel. Rechts und links ist dieser Bereich bis an die Kirchenbänke und nach vorn bis zur Vorderkante des Ganges gezogen worden. "Bislang mussten wir bei den Vesperkonzerten immer mit Holzverlängerungspodesten arbeiten, um Raum für die Musiker zu schaffen. Das hat nun mit dem vergrößerten Podest ein Ende", freut sich Herzfeld.

Von der gesamten Technik, die sich hinter der neuen Fußbodenheizung versteckt, bekommen die Kirchgänger nichts mit. In der Sakristei befindet sich die Brennwerttherme in einem abschließbaren Schrank. Im Zuge der Baumaßnahmen wurden die Heizungsleiten in der Sakristei abgekastet, und es gab sowohl für die Sakristei als auch die sanitären Anlagen und den Nebenraum neue Heizkörper. Neu sind auch der Rollrasen vor dem Kircheneingang und die Beetgestaltung auf der linken Seite. Hier musste für die Gasleitungen geschachtet werden — entsprechend hatte der Garten gelitten.

(tref)
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