Rathausmarkt in Viersen Demo für Energie- und Mobilitätswende

Viersen · Rund 100 Personen demonstrierten auf dem Rathausmarkt für Klimaneutralität bis 2030. „Ich habe das Gefühl, dass die Politik die ganze Sache nicht ernst nimmt“, sagte ein Teilnehmer.

 Die Demonstranten versammelten sich auf dem Rathausmarkt in Viersen.

Die Demonstranten versammelten sich auf dem Rathausmarkt in Viersen.

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

„Rettet die Erde“, steht etwa auf einem Schild, das eine Demonstrantin mitgebracht hat. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, zeigt ein weiteres Transparent. Am frühen Freitagnachmittag versammelten sich rund 100 Unterstützer der Fridays for Future Nettetal und der Parents for Future Kreis Viersen vor dem Stadthaus in Viersen. Die Demonstranten forderten mehr Maßnahmen für den Klimaschutz.

Unterstützt wurde die Aktion auch von der Gewerkschaft Verdi, die mehr Investitionen in den Öffentlichen Personennahverkehr verlangte. Verdi-Mitglieder waren auch am Freitag in den Warnstreik getreten. Erneut beteiligten sich Mitarbeiter der NEW mobil und aktiv, etliche Busverbindungen fielen aus. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) haben die Teilnahme der Gewerkschaft Verdi am Klimastreik und Klimademonstrationen von Fridays for Future stark kritisiert. Dies sei laut BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter eine gefährliche Grenzüberschreitung, die Arbeitskämpfe und allgemeinpolitische Ziele miteinander vermische.

Jens Helfer von den Parents for Future Kreis Viersen erklärte: „Ein besserer ÖPNV, wie wir ihn zusammen mit Verdi fordern, ist nur ein Bestandteil der Mobilitätswende.“ Die Demonstranten fordern außerdem ein Tempolimit auf Autobahnen von 100 km/h und innerorts Tempo 30 sowie einen Ausbau der Rad- und Fußwege. Christopher Kube-Hemp, Gewerkschafter von Verdi, erläuterte in seiner Ansprache: „Das Hauptproblem im ÖPNV ist Personalmangel. Auch der hohe Krankheitsstand zeigt, dass das Personal stark belastet ist.“ Er fordert, dass die Belastungen reduziert werden und eine Aufwertung des Berufes stattfindet: „Wer möchte gerne in einem Beruf arbeiten, der abgewertet wird.“

Die Demonstranten haben Trillerpfeifen, Dosen, Megafone mitgebracht, mit denen sie auf sich aufmerksam machen: „Wir haben diesen Standort bewusst gewählt. Wir möchten, dass die Stadtverwaltung auf uns aufmerksam wird. Den Kommunen kommt bei der Erreichung von Klimaschutzzielen eine wichtige Aufgabe zu“, sagt Helfer.

Aus den Redebeiträgen geht hervor: Die Klimaaktivisten fordern Klimaneutralität. „Unser Anliegen ist es, dass die Städte des Kreises Viersen bis zum Jahr 2030 klimaneutral sind“, so Helfer. Dafür brauche es eine Mobilitäts- und Energiewende. Diese gelinge nur, wenn CO2-neutrale Energieträger verstärkt genutzt werden. Die Parents for Future fordern deshalb für alle Kommunen im Kreis Viersen eine sofortige Solarpflicht auf öffentlichen Dächern und allen Neubauten. Unterstützer Jochen Stürznickel fordert: „Für eine klimagerechte Mobilität benötigen wir einen starken, kostenlosen und krisensicheren ÖPNV.“ Und für Fernverkehr fordern sie ein Neun-Euro-Ticket.

Nach diversen Redebeiträgen ziehen die Demonstranten gemeinsam durch den Ortskern – und enden am Sparkassenvorplatz. Andreas Rawiel (65) ist extra zum Viersener Rathausmarkt gekommen, um gemeinsam mit den Unterstützern zu demonstrieren: „Ich habe das Gefühl, dass die Politik die ganze Sache nicht ernst nimmt“, sagt er. Der 65-Jährige hatte mit mehr Teilnehmern gerechnet: „Ich habe das Gefühl, dass ältere Menschen oft nicht bereit sind, etwas für die nachfolgenden Generationen zu ändern.“

Für diesen Samstag, 4. März, lädt Fridays for Future Nettetal von 11 bis 15 Uhr zu einer Aktion in die Lobbericher Fußgängerzone ein. Dort wollen verschiedene Akteure Infostände aufstellen und über das Thema „Nettetal klimaneutral 2030“ informieren.

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