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Delta-Variante des Coronavirus erreicht Kreis Viersen

Corona-Mutante aus Indien : Delta-Variante erreicht Kreis Viersen

Ein Mann aus Nettetal infizierte sich mit der deutlich ansteckenderen Corona-Mutante, die erstmals in Indien nachgewiesen wurde und steckte auch seine Frau an. Derweil schließt das Impfzentrum mangels Impfstoff für zwei Tage.

Im Kreis Viersen ist erstmals die Corona-Variante Delta nachgewiesen worden. Bei der infizierten Person handelt es sich um einen Mann, der Anfang 50 ist und mit seiner Familie in Nettetal lebt. „Er wies geringe Symptome auf und hat seine Quarantäne bereits am Mittwoch beendet“, erklärte eine Sprecherin des Kreises.

Der Befund geht auf eine Stichprobe mittels Genomsequenzierung zurück, die ein Labor gemäß den geltenden Regeln beauftragt und durchgeführt hat. Dass der Nettetaler mit der Delta-Variante infiziert war, sei erst jetzt bekannt geworden, weil Sequenzierungen mehr Zeit beanspruchten als Typisierungen, erklärte die Sprecherin.

Weitere drei Familienmitglieder, mit denen der Mann in einem Haushalt lebt, sind vorerst für insgesamt 28 Tage in Quarantäne, da keine Isolation im häuslichen Umfeld voneinander möglich war. „Die Ehefrau des Mannes wurde ebenfalls positiv getestet und gilt epidemiologisch als mit der Delta-Variante infiziert“, so die Kreissprecherin. Das Gesundheitsamt stehe in engem Austausch mit der betroffenen Familie. Weitere Tests seien bereits veranlasst.

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Landrat Andreas Coenen (CDU) erklärte: „Wir wissen, dass sich die Delta-Variante 40-mal so schnell verbreitet wie die anderen Varianten des Coronavirus. Dass sie unseren Kreis jetzt erreicht hat, zeigt, dass wir alle weiter sehr vorsichtig sein müssen – trotz der aktuell sehr niedrigen Fallzahlen.“ Die Hygienemaßnahmen – Maske, Abstand halten, lüften – seien weiter unbedingt nötig. Coenen: „Nur so können wir vermeiden, dass wir die Corona-Regeln bald wieder verschärfen müssen.“

 Derweil hapert es weiter mit Impfstofflieferungen. Das Impfzentrum für den Kreis Viersen in Dülken wird mangels Impfstoff vorübergehend geschlossen, teilte der Kreis am Donnerstag mit. „Weil das Land im Moment nur wenig Impfstoff für Erstimpfungen liefern kann, bleibt das Impfzentrum des Kreises am Donnerstag, 24. Juni, und am Sonntag, 27. Juni, geschlossen“, sagte Kreis-Sprecherin Anja Kühne. „Da für diese beiden Tage nur wenige Termine vergeben wurden, ist der Aufwand für den Betrieb nicht gerechtfertigt.“

Für beide Tage waren bereits Termine gebucht. Sie werden vollständig auf Samstag, 26. Juni, verschoben. „Personen die von der Terminverschiebung betroffen sind, werden telefonisch oder gegebenenfalls per E-Mail über die Änderungen informiert“, erklärte die Kreissprecherin. Betroffen sind von der Verschiebung laut Kreisverwaltung 368 Menschen, die einen Termin am Donnerstag gehabt hätten, sowie 71 Menschen, die am Sonntag geimpft worden wären.

Die Impfquote im Kreis Viersen liegt unter dem NRW-Durchschnitt. Laut Kassenärztlicher Vereinigung hatten am Mittwoch, 16. Juni, 27,5 Prozent der Bevölkerung einen vollständigen Impfschutz. Am selben Tag lag die Quote der Erstimpfungen bei 50,8 Prozent. Zum Vergleich: Im NRW-Schnitt haben bereits 52,1 Prozent der Einwohner eine Erstimpfung gegen das Coronavirus erhalten, die Quote bei den Zweitimpfungen liegt bei 30,4 Prozent. Der Wirkstoff von Johnson & Johnson, bei dem nur eine Impfung benötigt wird, wird in der Statistik als Erstimpfung gezählt, aber auch in der Statistik der vollständig geimpften Menschen erfasst.

Bei den Neuinfektionen befindet sich der Wildtyp des Coronavirus längst in der Minderheit. Nach einer Kalkulation des Kreisgesundheitsamtes sind von den aktuell 52 Infizierten im Kreis Viersen 29 mit der zunächst in Großbritannien entdeckten Alpha-Variante infiziert. Zwei Personen tragen die Delta-Variante in sich. Die 21 übrigen Infizierten wurden mit dem Wildtyp des Coronavirus angesteckt.

Die Delta-Variante gilt als deutlich infektiöser, erste Studienergebnisse deuten darauf hin, dass Infizierte mit einer höheren Wahrscheinlichkeit als beim Wildtyp und den anderen Mutanten so schwer erkranken, dass sie stationär im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Das Problem bei der Delta-Variante B.1.617.2: Sie verursacht Symptome, die auch als normale Erkältung interpretiert werden können: Betroffene klagten über Kopfschmerzen, laufende Nase und raue Kehle. Fieber gehört zwar immer noch zu den Symptomen, nicht aber der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn, wie die Infizierten einer britischen App zur Überwachung von Corona-Symptomen meldeten.