Neuer Spielplatz in Viersen Das wird Viersens ungewöhnlichster Spielplatz

Viersen · Wie der neue Spielplatz an der Josef-Steinbüchel-Straße in Viersen-Süchteln aussehen wird, wurde jetzt im Jugendhilfeausschuss vorgestellt. Dabei spielt die Geschichte der Stadt eine zentrale Rolle.

Die Skizze zeigt die unterschiedlichen Bereiche, die für den neuen Spielplatzes an der Josef-Steinbüchel-Straße geplant sind.  Grafik: Eibe

Die Skizze zeigt die unterschiedlichen Bereiche, die für den neuen Spielplatzes an der Josef-Steinbüchel-Straße geplant sind. Grafik: Eibe

Foto: Eibe

In Süchteln wird ein neuer Spielplatz entstehen, der für die Stadt Viersen etwas Besonderes wird. Das wurde bei der Vorstellung des Konzeptes im Jugendhilfeausschuss deutlich. Der außergewöhnliche Charakter liegt nicht nur darin, dass das Areal n der Josef-Steinbüchel-Straße unter inklusiven Gesichtspunkten gestaltet wird und dass dort viele Freizeitmöglichkeiten für Menschen jeden Alters geschaffen werden. Bisher einzigartig in Viersen ist die inhaltliche Verbindung der Spielfläche mit der Historie der Stadt.

Was hat der neue Spielplatz mit den Webern zu tun?

„Viersen, du alte Weberstadt, die Rot und Blau als Farben hat, blühe und gedeihe...“, heißt es in dem von Oskar Wessel gedichteten Viersener Stadtlied. Dieses Lied gibt die Leitidee für den neuen Spielplatz vor. Den Webern und Färbern, deren Handwerk Viersen reich gemacht hat, begegnen alle, die die neue Spielfläche nutzen, dort immer wieder.

Wie wird die Fläche künftig aufgeteilt?

So trist sieht ein Teil des Spielplatzes an der Josef-Steinbüchel-Straße heute aus. Einige Geräte sind bereits abgebaut worden.

So trist sieht ein Teil des Spielplatzes an der Josef-Steinbüchel-Straße heute aus. Einige Geräte sind bereits abgebaut worden.

Foto: Martin Röse

Die Planer der Firma Eibe haben sich an dem zentralen Verbindungsweg und den vorhandenen Bäumen orientiert. Sie gliedern die Fläche in zwei unterschiedliche Bereiche. Diese Topografie wird aufgegriffen, indem jeweils ein Schwerpunkt mit einer eigenständigen Spiellandschaft - also einer großen Spiel- und Kletteranlage - gesetzt wird.

Wie wird das Thema Weber und Färber umgesetzt?

Die Nutzer werden in die „Weberei“ geführt - hin zu einem einer Kombination aus unterschiedlichen Geräten; sie ist auch für Rollstuhlfahrer ohne Barrieren zu erreichen. Dann kann mit Sand gespielt werden, es gibt Klettermöglichkeiten und Spieltafeln, die unterschiedliche Sinne ansprechen. Gedacht ist die Weberei für Kinder von zwei bis acht Jahre, die von ihren Eltern oder Großeltern begleitet werden. Weiterhin gibt es eine Kreativplattform „Färberei“, die jüngere Kinder von einem bis vier beziehungsweise sechs Jahre etwa für Sandspiele nutzen können; auch diese Plattform enthält keine Barrieren. Aus diesem Bereich entwickelt sich das Farbthema rot und blau, das sich laut Konzept „als Gestaltungsfaden durch den Spielplatz zieht“.

Wie wird der zweite Bereich angebunden?

Über Balancierpfade geht es zum nächsten Bereich. Entlang des roten Fadens werden Spielpunkte wie ein Sitz-/Stehkarussell, ein Reck sowie eine Sitzplattform mit Hängematte verbunden. Der blaue Faden führt zur zweiten Attraktion, einem großen Stangenkletter-Objekt für alle ab fünf Jahre und älter. Um ein zentrales Raumnetz sind vier weitere Spielmöglichkeiten gruppiert: ein Nesthocker, eine Rutsche mit Handlauf, ein Squirl (Drehgerät) und ein Curver (Schwingteil). Laut Beschreibung sollen die Nutzer dort nicht nur klettern, rutschen, springen, hangeln, schwingen und sich drehen können, sondern auch lümmeln.

Gibt es weitere spezielle Angebote für Menschen mit Handicap?

Eine Schaukelkombination, ein Bodentrampolin und eine Kommunikationstafel Spielplatz, deren bunte Symbole alle zum Entdecken und Plaudern ermutigen sollen.

Wie hat die Verwaltung die Ideen gesammelt?

Durch eine Befragung und Ideensammlung auf unterschiedlichen Kanälen. Wie Jugendpfleger Erik Jürgensen im Jugendhilfeausschuss erläuterte, wurden die Wünsche von Kindern und Jugendlichen abgefragt. Dabei wurden nicht nur die beiden Jugendzentren „Evve“ und Josefshaus mit ins Boot geholt, sondern Kinder, Jugendliche und interessierte Erwachsene konnten auch an einer digitalen Pinnwand über einen QR-Code ihre Ideen und Wünsche mitteilen. Die Resonanz sei mit 114 teils sehr detaillierten Anregungen groß gewesen.

Was kostet der neue Spielplatz?

„Die Kosten für die Umgestaltung der Fläche belaufen sich auf rund 170.000 Euro“, erklärt Stadtsprecher Frank Schliffke. Die Verwaltung schätzt, dass davon etwa 113.500 Euro auf Spielgeräte inklusive Aufbau und Fallschutz entfallen. Hinzu kommen rund 58.500 Euro für Arbeiten an Wege-, Pflanz- und Rasenflächen sowie für weitere Ausstattung wie etwa Jugendbänke und Abfalleimer. Diese Summe wird, wie der Rat beschlossen hat, unabhängig vom jährlichen Budget bereitgestellt, das die Stadt nutzt, um die Spielplätze auszustatten.

Wann beginnen die Arbeiten?

Laut Norbert Schröder, Projektverantwortlicher bei der Firma Eibe, ab 5. April. „Wir haben eine Bauzeit von circa drei Wochen veranschlagt“, sagte er.

Was kommt nach dem Spielplatz in Süchteln?

Wenn dieses Vorhaben abgeschlossen ist, sollen die Arbeiten am Spielplatz Konrad-Adenauer-Ring fortgesetzt werden.

(busch-)
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