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Das war Brachts schönster und längster Zug

Karnevalszug in Brüggen-Bracht : Das war Brachts schönster und längster Zug

Tausende verfolgten den Jubiläumszug mit so vielen Fußgruppen und Wagen wie nie. Es gab sogar einen Junggesellinen-Abschied.

Bunt, schrill und laut: Das war der Zug in Bracht, der längste, den Tausende von Zuschauern im Dohlendorf  je gesehen hatten. Unter dem Motto „Spaß und Freud seit 50 Jahr: Karneval in Braut ist wunderbar!“ gab es nur eine Musikkapelle. „Es ist immer schwieriger, Kapellen zu bekommen. Sie wollen nicht mehr laufen“, sagte Wasserratten-Präsident Franz-Josef Knops. Für ihn war es der letzte Zug, aber er war dennoch glücklich: Dieses Mal passte es: Rekordbeteiligung und 50 Jahre Kinderprinzenpaare“, meinte er.

Er moderierte mit Bürgermeister Frank Gellen (CDU) im Sträflinglingskostüm vor dem Bürgermeister-Amt, an dem viele große Wagen vorbeifuhren. „Aneinandergereiht sind das 750 Meter“, rechnete Knops vor. Einer davon gehört zur Ehrengarde der Brachter Wasserratten, die seit 22 Jahren existiert. Dort war die Stimmung großartig. Die Passagiere warteten geduldig, bis auch ihr Wagen seinen Platz im Umzug fand. Die „Helau“ jubelnden Zuschauer konnten viel fangen: Chips, Schokolade und sogar kleine Spielzeuge wurden großzügig verteilt.

Danach folgte der Wagen des Kinderprinzenpaares Fynn I. Schneider und Nele I. Strucken in Form einer VIP-Lounge von Borussia Mönchengladbach. Voran zog das Borussen-Maskottchen Jünter, die Borussenfahne wehte im Wind. Tage vorher hatte sich das Kinderprinzenpaar in der Bäckerei von Erich Lehnen aufwiegen lassen. Die beiden warfen   noch 600 Berliner Ballen zusätzlich.

„Das war eine echte Überraschung“, sagte Nicole Büschkes. Ihre Freundinnen organisierten für sie einen Junggesellinnenabschied. Sie tanzte als Prinzessin unter lauter Froschköniginnen. Sie verriet: „Am Samstag heirate ich.“ Die Ex-Wasserratten-Prinzessinnen Nina Hamacher und Kathrin Thielen hatten diese Fußgruppe und Handwagen mit Proviant und Wurfmaterial organisiert. „Viele Gruppen äußerten vorher den Wunsch, ob sie nicht gleich hinter dieser Gruppe herziehen dürften“, erzählte Knops schmunzelnd.

Aus dem früheren Bruderschafts-Dreigestirn von Lüttelbracht-Genolt, Hans Goertz, Herbert Holthausen und Paul Brinkman, entstanden „ziemlich beste Freunde“ (später kam noch Michael Windbergs hinzu). Sie zogen nun als „Grisu, der kleine Drache“ mit. Das passte: Die Gründer sind  Feuerwehrleute. „Grisu wollte Feuerwehrmann werden, aber spuckte selber Feuer“, erzählte Ingrid Brinkman. Alle Teilnehmer schlüpften in Jumpsuits mit angenähten Zacken und Schwänzen. „Wir sind mittlerweile drei Generationen. Unsere vier Monate alte Enkelin Nora ist ebenfalls dabei.“ Als tolle Fußgruppe und absoluter Hingucker präsentierte sich der Freundeskreis „Muure Jubbel“ (Stevens & Co) mit rot-weißen Karussells. „Komme wat wolle“ hieß es bei den Boerholzer M-ä-hhh-Werk-Schafen. „Wir haben das Zug-Motto als einzige Gruppe auf. Seit acht Jahren ziehen wir hier mit“, sagte Angela Schneider vom FK McKenzies.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So groß und schön war der Zug in Bracht noch nie