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Das sind Brüggens beste Klimaschützer

Brüggen : Das sind Brüggens beste Klimaschützer

Die Luftlotsen der Kreuzherrenschulen belohnen alle, die mit dem Rad, dem Bus oder auf eigenen Füßen zum Unterricht kommen. Dafür erhielten sie den Innogy Klimaschutzpreis. Der zweite Platz ging an die Gesamtschule.

Um sicher zur Schule zu kommen, gibt es viele Wege für die Kinder der Kreuzherrenschule in Brüggen. Wer eine umweltfreundliche Variante wie das Fahrrad oder den Bus nutzt oder läuft, erhält von den Luftlotsen der vierten Klasse einen Stempel in den Umweltpass. Diese clevere Idee gefiel den Vertretern der Gemeinde Brüggen und der Energiefirma Innogy so gut, dass sie den Klimaschutzpreis erhielt, dazu gab es ein Preisgeld von 600 Euro. Der zweite Rang, der mit 400 Euro dotiert ist, geht an das Projekt „Umweltrat“ der Gesamtschule Brüggen.

Mit dem Innogy Klimaschutzpreis werden seit 1995 jedes Jahr Projekte gewürdigt, die den Umwelt- und Klimaschutz in Städten und Gemeinden voranbringen.

Zwar gibt es die Luftlotsen erst seit knapp drei Wochen, dennoch sind bereits Auswirkungen zu erkennen: „Wir bilden Laufgemeinschaften und gehen dann zusammen zur Schule. Das macht viel mehr Spaß als alleine zu gehen und ist gut für die Umwelt“, sagt einer der Verkehrsdetektive begeistert.

 Auch die Lehrerinnen konnten schon Veränderungen beobachten: „Bei vielen Schülern sieht man, dass sie weniger mit dem Auto gebracht werden“, sagen Sandra Göhring und Katja Meis, die betreuenden Lehrerinnen. Sie hätten sich bewusst für den oft grauen November entschieden, um das Projekt zu starten. „Wer bei diesem Wetter mit dem Fahrrad fährt oder läuft, wird das auch im Mai machen“, betonen beide. Jeden Morgen kontrollieren vier bis fünf Schüler die ankommenden Kinder und verteilen die Stempel. Ein besonderer Anreiz: Die Klasse, die in der Woche die meisten Stempel gesammelt hat, gewinnt eine Spielestunde für die folgende Woche.

Die Idee entstand auch deshalb, weil sehr viele Eltern ihre Kinder auch für kurze Wege mit dem Auto bringen. Neben der Umweltbelastung entstehen durch die Elterntaxis unübersichtliche und gefährliche Situationen vor der Kreuzherrenschule.

Ähnliche Ziele hat auch der Umweltrat der Gesamtschule Brüggen. In einem Gremium arbeiten 50 Vertreter aus allen Jahrgangsstufen zusammen. Die Umweltbeauftragten sensibilisieren ihre Klassenkameraden für die Problematik: Sie sammeln und präsentieren Ideen rund Umweltschutzprojekte in verschiedenen Bereichen. „Durch den starken Anstieg an Umweltverschmutzung und durch Naturkatastrophen rund um die Welt besteht mittlerweile ein Klimanotstand“, meint der Umweltrat. Um dem entgegen zu wirken, informiere er etwa über nachhaltige Schulmaterialien, Möglichkeiten zum Stromsparen und intelligentes Heizen. Neben dem Umweltrat, der drei- bis viermal im Jahr zusammentritt, findet dies bei Projektwochen und einer Nachhaltigkeits-AG statt. Mit ihrem Projekt „Schlechte Luft im Klassenraum? Wir glauben es kaum!“ haben Schüler der Gesamtschule bereits 2019 bei „Jugend forscht“ den ersten Platz gewonnen. Außerdem sind einige Schüler bei der „Fridays for Future“-Bewegung aktiv; sie interessieren und engagieren sich für den Schutz von Umwelt und Klima in ihrem direkten Umfeld.

Frithjof Gerstner, Kommunalmanager bei Innogy, überreichte die Urkunden und bedankte sich auch bei den Lehrern: „Ein besonderer Dank gilt auch den Erwachsenen, die die jungen Menschen auf vielfältige Art für den Umwelt- und Naturschutz sensibilisieren und so dazu beitragen, dass die Themen für die Kinder auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.“ Brüggens Bürgermeister Frank Gellen (CDU) zeigte sich von den Projekten ebenfalls begeistert: „Jede Initiative für den Umweltschutz verdient unsere Hochachtung und Wertschätzung.“ Besonders freue er sich, dass sich junge Menschen unserer Gemeinden dafür einsetzten. „Ich hoffe, wir können diese Projekte auch auf andere Schulen in der Gemeinde ausweiten“, so Gellen.