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Das neue Spielgerät für den Brüggener Tierpark ist einzigartig

Freizeit in Brüggen : Einzigartiges Spielgerät für Tierpark

Helga und Stefan Kerren, Chefs im Brüggener Natur- und Tierpark, haben so viel investiert wie noch zuvor in kein Gerät. Was der neue Termitenspielplatz bietet.  

„Anziehen“: Den Ruf von Burkard Stapf kann Sascha Marseille in seiner Krankabine zwar nicht hören, aber er versteht das Zeichen des Produktion- und Montagemitarbeiters von X-Move. Langsam spannen sich die meterlangen Ketten an dem Kranausleger an, der 20 Meter weit reicht. Ein merkwüdig aussehendes, 7,5 Tonnen schweres Teil mit großen Löchern wird angehoben und schwebt zur Baustelle im Brüggener Natur- und Tierpark.

Dort stehen schon zwei ähnliche  Teile auf einer Fläche ohne Mutterboden. „Jetzt kommt unser leichtestes Element“, sagt Tierpark-Chef Stephan Kerren lächelnd. Ein 13,9 Tonnen schweres Element und ein weiteres mit 9,5 Tonnen Gewicht stehen schon bereit.  Der Natur- und Tierpark lässt ein neues Klettergerüst im hinteren Teil des Spielplatzgeländes aufbauen: Der Termitenspielplatz ist die größte Investition – es geht um eine sechsstellige Summe, die bisher getätigt wurde.

„Mit dem Termitenspielplatz sprechen wir Kinder ab acht Jahren an“, so Kerren. Sie können  klettern, rutschen, balancieren und hangeln. Die Idee, ein neues Angebot für dieses Alter zu schaffen, gab es bereits längere Zeit. Zunächst sollte es ein klassisches Holzbauwerk werden. „Aber unser Spielplatzbauer hatte  etwas anderes vor“, so Kerren. Vorbild war ein ähnliches Gerät in Berlin. Ein Foto überzeugte Kerren und seine Frau Helga.

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Die Kombination von Spritzbeton, Holz, Metall und Seilen, die für Spaß an der Bewegung sorgt, machte das Rennen. In den Sommerferien 2021 begannen die ersten Planungen, im September gab es erste Entwürfe. Der Termitenspielplatz ist ein Unikat, für den Natur- und Tierpark entwickelt. Nur dort wird es ihn geben. Da die beiden Spezialfirmen X-Move und Kukuk vorher ausgebucht waren, konnte die Winterpause nicht genutzt werden.

Am künftigen Termitenspielplatz geht es jetzt um Millimeter. Marseille muss das 7,5-Tonnen-Teil passend auf das 9,5-Tonnen Element setzen. Für den erfahrenen Kranführer der Kaldenkirchener Firma Fahrzeugbau Leven Routinearbeit. „Das Element musste in zwei Teilen geliefert werden, sonst wäre es zu schwer gewesen“, erklärt Stapf. Er ist in das untere Element gestiegen  und dirigiert von dort aus.  Fabio Micillo, Bauleiter von Kukuk, steht außen  und dirigiert den Kranführer. Am Rand der Baustelle kreischen  Motorsägen. Die Robinenstämme, die in 1,40 Meter tiefen Löcher einbetoniert werden, werden vorbereitet. Zimmerin Vera Leibold bringt eine Leiter und eine orange Kunststoffscheibe: Diese Scheibe kommt auf den Termitenhügel und liefert rötliches Licht im Inneren. Die Mitarbeiterin von Kukuk muss noch warten. Zwar ist das obere Element passend abgesetzt worden, aber Stapf muss  Ketten und Halterungen entfernen, bevor es weitergeht.

Läuft alles nach Plan, dann kann im neuen Termitenspielplatz Anfang Juni gespielt werden. In den nächsten beiden Wochen müssen die Experten die Robinenhölzer einbetonieren, Seilkonstrution und die Rutsch-Elemente anbringen. Besucher können die Baufortschritte mitverfolgen.