Das neue Pfarrheim in Brüggen-Bracht wurde eingesegnet.

Pfarrheim in Brüggen-Bracht : Ein Pfarrheim für zwei Konfessionen

St. Mariae Himmelfahrt Brüggen-Bracht ist Träger des neuen Pfarrheims. Evangelische und katholische Christen werden das Gebäude gemeinsam nutzen und sich die Kosten teilen. Jetzt wurde das Pfarrheim eingesegnet.

Mit einer ökumenischen Messe wurde jetzt die Grundsteinlegung für den Neubau des katholischen Pfarrheims gefeiert. Das Besondere an dem Neubau: Die katholische und die evangelische Kirche werden das Pfarrheim gemeinsam nutzen.

Genau genommen war die Feierstunde eine Schlussstein-Legung, denn das Pfarrheim wurde schon bezogen. Lediglich der große Pfarrgarten muss noch gestaltet werden. So versammelten sich am Sonntagnachmittag evangelische und katholische Christen in dem lichtdurchfluteten Saal, der auch in zwei kleinere Räume teilbar ist.

In Brachte mangele es nicht an Ideen, Kirche zu betreiben. Aber „hohe Investitionen garantieren noch kein Gemeindeleben“, sagte Christoph Helbig, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Bracht-Breyell. Man biete zahlreiche Angebote für alle Generationen in der Hoffnung, dass sich die Menschen davon bewegen lassen. Alle Bürger seien eingeladen, sich in dem neuen Pfarrheim zu begegnen und sich gemeinsam Gedanken über die Zukunft der Kirche zu machen.

Der katholische Diakon Wolfgang Türlings, zuständig für Brüggen, Bracht und Born, dankte allen Beteiligten, die an dem Pfarrheim mitgebaut haben. Das ökumenische Pfarrheim sei ein Leuchtturmprojekt für den gemeinsamen Weg der Christen.

Alle Räume erhielten nach der gemeinsamen Messe einzeln den Segen. Vom Eingangsbereich mit großformatigen grauen Fliesen gelangt man nach links in den teilbaren Saal. Hohe Fenster geben den Blick frei auf den Parkplatz, den künftigen Pfarrgarten und die historisch erhaltenswerte Mauer zwischen der Kirche und dem Pfarrheim. Vom hinteren Bereich des Saals gelangt man in eine Küche, die eine weitere Tür in den Flur hat. Zwei Aufenthaltsräume und moderne Toiletten inklusive einer separaten Behindertentoilette gehören mit zu der 264 Quadratmeter großen Nutzfläche.

Franz-Josef Kaumanns, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands, und der Architekt Gregor Dewey setzten gemeinsam eine Zeitkapsel mit der Rahmenvereinbarung zwischen den beiden christlichen Kirchen, der Planzeichnung für das Pfarrheim, einer aktuellen Tageszeitung und ein paar Münzen in die Aussparung für den Schlussstein. Das Haus solle ein Leuchtturm der Verbundenheit und der gegenseitigen Stärke werden.

Diakon Wolfgang Türlings und Pfarrer Christoph Helbig erzählten, es sei ein schleichender Prozess gewesen, dass beide Gemeinden nun auf diese Weise zusammenwachsen. „Als bekannt wurde, dass die katholische Kirche ein neues Pfarrheim baut, habe ich eher im Scherz gesagt, dass wir es ja gemeinsam betreiben könnten“, erinnert sich Helbig. Daraus wurde dann Ernst und eine Nutzungsrahmenvereinbarung zwischen den Kirchen wurde beschlossen. Die katholische Kirchengemeinde St. Mariae Himmelfahrt Brüggen-Bracht ist Träger des Pfarrheims. Die Kosten werden nach dem Anteil der Nutzungsstunden auf beide Kirchen aufgeteilt.

Gebaut wurde von Ende Januar bis Anfang November 2018. Die Kosten belaufen sich auf 708.000 Euro Bruttobaukosten für das eingeschossige Gebäude inklusive der Nebenkosten. Darunter fallen beispielsweise 10.000 Euro für archäologische Grabungen. Anfang des 13. Jahrhunderts hat auf dem Grundstück eine Behausung gestanden. Darauf deuten die archäologischen Funde von kleinen Scherben hin.

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