Viersen: Das Land zu Gast in der Innenstadt

Viersen: Das Land zu Gast in der Innenstadt

David ist begeistert. Die Walliser Schwarznasen haben es dem Sechsjährigen angetan. Geduldig steht er an der Absperrung und lockt die Schafe mit seiner Stimme. "Sie sind so niedlich und kuschelig", meint er, als die beiden Jungtiere an den Zaun kommen und sich streicheln lassen.

Während David sich kaum von den Schafen trennen kann, haben sich etliche Neugierige vor dem Glaskasten von Winfried Mangels und Matthias Heyer eingefunden. Der Vorsitzende des Rassegeflügelzuchtvereins Fauna St. Tönis und der Jungzüchter haben nämlich etwas ganz Besonderes dabei. "Das ist ein Schaubrüter und die Eier, die in ihm liegen, sind 21 Tage lang bebrütet worden und damit müssten die Küken heute schlüpfen", erklärt Heyer. Wie die Hühner einmal aussehen werden, wenn sie groß sind, ist auch zu sehen. In einem Laufgehege mit Stroh tummeln sich nämlich ausgewachsene Exemplare der Bielefelder Kennhühner.

"Cool", lautet indes das Urteil von Jens. Der Neunjährige interessiert sich mehr für viel PS und ist von dem gigantischen Traktor und der daran hängenden Egge begeistert. Aber es gibt noch viel mehr zu sehen. Bei der nunmehr zweiten Variante vom "Stadt.Land.Viersen.Markt." in der Viersener Innenstadt hatten sich trotz des schlechten Wetters - typischer Landregen -nahezu alle angekündigten 60 Aussteller eingefunden. Dabei war auch "Den olden Tied" in der Fußgängerzone eingezogen. Die ganze Gruppe von Niederländern mit den unterschiedlichsten handwerklichen Gewerken luden die Besucher immer wieder zum Verweilen ein.

Dini Rouwhorst hatte so ihr Spinnrad dabei und verspann Alpakawolle. Fertige Produkte in Form von handgestrickten Socken und Co gab es natürlich auch. Eigentlich wollte ihr Mann Johannes buttern, aber "dazu ist es zu kalt. Wenn man buttern möchte, muss es mindestens 18 Grad warm sein, sonst funktioniert das nicht", erklärte Johannes Rouwhorst auf die Frage der Besucher nach dem mitgebrachten Butterfass. Frische Bauernbutter fehlte aber trotzdem nicht. Schön abgepackt wartete das Frischeprodukt neben Schmalz, Rosinenbrot und Buttermilch in Flaschen, auf die Käufer.

Wie eine individuelle Goldschrift auf die Kerzen kommt, zeigte Diny Wintermans an ihrem Kerzenstand und wie aus Äpfeln Apfelsaft wird demonstrierten Valentine und Leo Waagels an ihrem Apfelstand mit einer Handpresse.

Eine Runde Boule spielen, leckere, von Landwirten hergestellte Suppen und Eintöpfe bei Steffens Naturgärtchen kaufen, sich über die Dog Walker Schuhe informieren, ein ausgefallenes Windlicht oder einen lustigen Drachen für den Garten erwerben, Käse probieren, Pflanzen mitnehmen - der Landmarkt zeigte sich trotz Regen farbenfroh und abwechslungsreich.

(tref)