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Das Haus St. Cornelius in Viersen kommt auf eine erstaunlich hohe Impfquote beim Personal

Corona im Kreis Viersen : So klappt es besser mit der Corona-Impfung

In vielen Seniorenheimen im Kreis Viersen ist das Personal bei Corona-Impfungen zurückhaltend. Die Impfquote bei den Bewohnern liegt hingegen bei bis zu 97 Prozent.

Senioren in Heimen und die dortigen Mitarbeiter gehören zu den Ersten, die sich gegen Covid-19 impfen lassen können. Doch die Impfbereitschaft ist bei den Bewohnern größer als beim Pflegepersonal: Dies zeigte sich etwa beim Start der Impfungen in der Einrichtung Irmgardisstift in Viersen-Süchteln: Während sich 37 der 40 Bewohner impfen ließen (Impfquote: 93 Prozent), verzichten acht der 52 Angestellten darauf (Impfquote: 85 Prozent).

Andreas Westerfellhaus, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, appellierte an alle Pflegekräfte in Deutschland, sich gegen Corona impfen zu lassen. In den ersten drei Tagen wurden in Deutschland 60.000 Männer und Frauen Impfdosen verabreicht; sie müssen noch eine zweite Spritze erhalten, damit der Schutz besteht.  Zuerst werden Menschen im Alter von 80 Jahren und älter sowie das Personal in Altenheimen und Krankenhäusern geimpft; sie sind einem besonders hohen Infektionsrisiko ausgesetzt.

Auf eine drohende Impfmüdigkeit bei den Mitarbeitern und auch den Bewohnern hat das Seniorenhaus St. Cornelius in Viersen-Dülken frühzeitig reagiert –  und dies mit Erfolg. „Die Impfquote bei den Bewohnern ist mit mehr als 97 Prozent extrem hoch“, sagt der Mediziner Thomas Axer, Geschäftsführer im Allgemeinen Krankenhaus (AKH) Viersen. Auch mehr als 75 Prozent der Mitarbeiter hätten sich bereits impfen lassen. Dies liege vor allem daran, dass „wir mächtig die Werbetrommel für die Impfung gerührt haben und Mitarbeiter, Bewohner und Angehörige als Vormund ermuntert haben, mitzumachen“, erläutert der Mediziner.  Zu der Info-Kampagne gehörte ein Schreiben, das wichtige Fragen rund um die Impfung beantwortete.

Das Seniorenhaus St. Cornelius ist eine der Einrichtungen unter dem Dach der AKH Viersen GmbH. Außerdem zählen dazu das Allgemeinen Krankenhaus Viersen und das Kinderhaus Viersen, in dem Kinder und Jugendliche mit Behinderungen leben, die auch beatmet werden müssen.

Das Dülkener Seniorenheim ist außerdem eine der Einrichtungen im Kreis Viersen, an denen es bisher noch keine Corona-Infektion gab – weder unter den dort lebenden Senioren noch unter den Angestellten. Eine Erklärung sieht Thomas Axer in der konsequenten Verfolgung der Schutzmaßnahmen und freiwilligen Besuchseinschränkungen. „Wir haben schon früher als andere zum Beispiel konsequent auf FFP2-Masken gesetzt, Mitarbeiter sensibilisiert und geschult, Angehörige informiert und sie gebeten, von Besuchen Abstand zu nehmen, seltener zu kommen und Abstand zu halten“, erklärt der AKH-Geschäftsführer.

Er sieht die Impfung als „große Chance“ und hofft auf eine breite Zustimmung in der Bevölkerung im Kreis Viersen. Axer: „Die Einhaltung der Schutzmaßnahmen bleibt aber weiter nötig.“