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Das große Frage zu Rösler: Was kommt nach MLP?

Analyse : Die große Frage zu Rösler: Was kommt nach MLP?

Nach der Ablehnung der MLP-Pläne für einen Industriepark auf der früheren Rösler-Brache stellt sich die Frage, wie es dort weitergehen könnte.

Im Jahr 1918 verlegte die Rösler Draht AG ihren Sitz von Essen nach Schwlmtal-Waldniel.  Damit kamen Arbeitsplätze, eine siedlung mit Werkswohnungen und Wohlstand.

Heute, mehr als hundert Jahre später, besteht die Firma Rösler Draht nicht mehr. Übrig geblieben ist ein brachliegendes Industrie-Areal mit  großflächig verteilten Belastungen im Boden. Und das ist ein Problem.

Nachdem eine Mehrheit aus Bündnisgrünen, SPD, Teilen der CDU und Bürgermeister Andreas Gisbertz die zuvor mehrheitlich positiv begleiteten Pläne für einen Industrie- und Logistikpark abgelehnt haben, stellt sich nun die Frage: Wie geht es weiter?

Eine mögliche Antwort: Es geht weiter mit MLP.  Allerdings müsste der Plan, den der Gemeinderat soeben abgelehnt hat, deutlich verändert werden. Kritische Themen sind etwa die Verkehrsbelastung und die geplante Versiegelung des belasteten Bodens. Ob sich das Vorhaben für den polnischen Investor unter geänderten Voraussetzungen noch rechnet und ob er weiterhin interessiert ist? MLP hat einen  bedingten Kaufvertrag abgeschlossen.  Der Vertrag wird hinfällig, wenn nicht biis 31. Dezember 2022 ein Vorhaben-bezogener Bebauungsplan vorliegt und eine Baugenehmigung erteilt ist.  Dass die Gemeinde mit MLP erneut einig wird, ist eine große Sorge der Bürgerinitiative „Nein zum Logistikpark Rösler Draht“. Sie fürchtet, dass der Logistikpark trotz des Ratsbeschlusses noch nicht vom Tisch ist, sondern mit einem geänderten Konzept wieder auftaucht. Das ist es, was die Gegner des Vorhabens, mehr als  2000 hatten unterschrieben, verhindern wollen.

Eine andere Antwort: Es geht weiter ohne MLP.  Das heißt, es müsste ein anderer finanzstarker Investor gefunden werden, der eine alte Industriebrache sanieren will, um sie danach neu zu nutzen. Etwa für Industrie, Gewerbe oder Häuser und Wohnungen. In den vergangenen 20 Jahren sind alle Versuche gescheitert, diesen Geldgeber zu finden.  MLP war bisher der einzige Kandidat, der ein abstimmungs-reifes Konzept vorlegte – ein Konzept mit Schwächen, das die Gemeinde stark und für viele Menschen zum Nachteil verändert hätte. Die Kritiker weisen daraufhin, dass für die Altlasten-Sanierung Fördermittel genutzt werden können. Die Gemeindeverwaltung betont dagegen, dass einige der Förderprogramme nicht passen. Zudem befindet sich das Areal noch in der Hand mehrerer Eigentümer. 

Die Fördermöglichkeiten müssen geprüft werden. Denn sicher ist: Es muss weitergehen.