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Coronavirus in Viersen: Der Corona-Notplan für den Kreis

Auch Bürgerbüros im Kreis Viersen schließen : Der Corona-Notplan für den Kreis Viersen

Neben Schulen und Kitas machen von heute an auch die Rathäuser im Westkreis für den Publikumsverkehr dicht. Eltern können wegen des Betreuungsausfalls in den Kitas auf Erstattung hoffen. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Von heute an haben Tausende Eltern im Kreis Viersen ein Betreuungsproblem: Alle Schulen und Kindertagesstätten sind vorerst bis zum Ende der Osterferien am 19. April geschlossen. Nur Eltern, die in der sogenannten „kritischen Infrastruktur“ arbeiten, haben einen Anspruch auf Betreuung – allerdings auch nur, wenn sie alleinerziehend sind oder beide Elternteile dort arbeiten. Zudem einigten sich die Bürgermeister am Wochenende darauf, dass der Publikumsverkehr in den Rathäusern und Bürgerbüros stark eingeschränkt wird. Wie wird im Kreis Viersen mit der Situation umgegangen? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Notfallplan.

Gibt es eine Übergangsfrist, in der die Betreuung an den Schulen sichergestellt ist?

Ja. Am Montag und Dienstag, 16. und 17. März, wird in den Schulen noch eine Betreuung von den Schülern angeboten, die nicht anderweitig betreut werden können. „Damit soll den Eltern Zeit gegeben werden, eine Betreuung zu organisieren“, erklärt Viersens Stadtsprecher Frank Schliffke. „Das Betreuungsangebot umfasst in Viersen auch die Zeiten des offenen Ganztags. Unterricht findet aber nicht statt.“

Wie sieht es bei den Kindertagesstätten aus?

„In den Kitas und Tagespflegeeinrichtungen sieht die Situation etwas anders aus“, erklärt Kreis-Sprecherin Anja Kühne. Weder Kinder im Vorschulalter noch deren Erziehungsberechtigte dürfen die Betreuungseinrichtungen betreten. Allerdings gelten Sonderregeln: „Das Land NRW hat entschieden, dass bereits am Montag nur noch Kinder betreut werden dürfen, wenn beide Eltern oder das alleinerziehende Elternteil in einem systemrelevanten Beruf arbeitet“, so die Kreissprecherin. Eine Übergangsphase wie an den Schulen für alle anderen Eltern gibt es also nicht.

In der Stadt Viersen werden alle Kindertagesstätten am Montag zu den üblichen Zeiten geöffnet haben – Eltern, die zu den „unentbehrlichen Schlüsselpersonen“ gehören, erhalten dort weitere Informationen und ein Formular, mit dem sie erklären können, zu der Ausnahmegruppe zu gehören. Dieses Formular ist seit Sonntag auch auf der Homepage des Kreises Viersen herunterzuladen. An drei Kitas stehen Mitarbeiter der Stadt ab 7.30 Uhr als Ansprechpartner für Fragen zur Verfügung. Das sind: Kita Steinkreis, Flämische Allee 10 (Viersen); Kita Friedrichstraße, Friedrichstraße 6 (Dülken); Kita Heidweg 21 (Süchteln). In den städtischen Kindertagesstätten werden die Mädchen und Jungen in Kleingruppen betreut. Die Zusammensetzung dieser Kleingruppen ergibt sich aus den normalen Kita-Gruppen. Höchstens fünf Kinder nutzen dabei einen Raum. Und: Pro Kita werden höchstens 20 Kinder betreut.

Wenn Kinder nicht betreut werden, werden dann die Kita-Beiträge erstattet?

„Wir prüfen eine Erstattungsregelung“, sagt der Viersener Stadtsprecher Frank Schliffke. Die Stadt bitte Eltern darum, keine Rückbuchung von eingezogenen Beiträgen zu veranlassen. „Das erhöht den Aufwand und verursacht unnötige Kosten“, betonte der Stadtsprecher. Ähnlich stellt sich die Situation in den anderen Kommunen des Kreises Viersen dar. „Zu einem späteren Zeitpunkt wird über einen Ausgleich gesprochen“, kündigte Niederkrüchtens Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) an. Die Bürgermeister der Kreiskommunen rechneten damit, dass die Erstattungsfrage auch auf Landesebene diskutiert und behandelt werde, so Wassong. „Das Finanzielle ist momentan nachrangig, wird aber thematisiert.“

Wie ist die Situation in den Rathäusern und Bürgerbüros im Westkreis?

„Alle Dienststellen der Stadtverwaltung Viersen sind ab Montag für den Publikumsverkehr geschlossen“, teilte Viersens Stadtsprecher mit. „Das gilt auch für Personen, die bereits einen Termin vereinbart haben.“ Auch in Nettetal, Brüggen, Schwalmtal und Niederkrüchten wird entsprechend verfahren, umgrößere Menschenansammlungen in Wartebereichen zu vermeiden. An allen größeren Standorten der Verwaltung stehen am Eingang Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes und der Verwaltung als Ansprechpersonen zur Verfügung. „Ab sofort sollen alle Vorgänge und Vorsprachen soweit möglich telefonisch oder auf elektronischem Weg oder postalisch bearbeitet werden“, so der Stadtsprecher. „Nur wenn das persönliche Erscheinen erforderlich und die Angelegenheit dringend ist, vereinbaren die zuständigen Sachbearbeiter telefonisch Termine.“  Online-Terminvereinbarungen ohne Rücksprache sind vorübergehend ausgesetzt. Und: Zum Schutz der älteren Bevölkerung werden die Geburtstags- und Hochzeitsjubiläumsbesuchsdienste durch die Bürgermeister ab sofort bis auf Weiteres eingestellt.

Nicht betroffen von der Schließung sind die Dienststellen der Kreisverwaltung sowie das Straßenverkehrsamt.