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Coronavirus im Kreis Viersen: Polizei schließt die Wache in Nettetal

Kreis Viersen : Polizei schließt Wache in Nettetal

Nur mit Mundschutz zur Polizei: Wegen der Corona-Krise wird an der Hauptwache in Viersen eine Hygieneschleuse eingerichtet, die Nettetaler Wache bis auf Weiteres geschlossen. Der Landrat betont: „Die Sicherheit ist weiter gewährleistet.“

Die Polizei im Kreis Viersen schließt wegen der Corona-Krise bis auf Weiteres zwei ihrer vier Wachen und richtet an den Hauptwachen in Viersen und Kempen Hygenie-Schleusen ein. „Jeder Besucher ist verpflichtet, für einen Termin einen Mundschutz und Einweghandschuhe zu tragen“, erklärte Polizeisprecher Wolfgang Goertz. Handschuhe und Mundschutz würden in den Schleusen ausgehändigt. Dies sei notwendig, um Infektionsgefahren für Bürger sowie Polizeibedienstete zu minimieren. Neben der Schwerpunktwache in Nettetal-Kaldenkirchen ist auch die Wache in Willich von der vorübergehenden Schließung betroffen. Dort können keine Anzeigen mehr erstattet werden. Auch die Sprechstunden der Bezirksdienste werden bis auf Weiteres eingestellt. Die Beamten sind allerdings weiterhin in den Städten und Gemeinden unterwegs.

Manfred Krüchten, Abteilungsleiter der Polizei, betonte: „Wir haben uns als Polizei umfangreich auf diese Situation vorbereitet.“ Die Vorplanungen würden wir nun lageabhängig konsequent umgesetzt. Krüchten erklärte: „Die aktuellen Maßnahmen verfolgen das Ziel, den Publikumsverkehr zu entzerren und Menschenansammlungen und somit Infektionsgefahren zu reduzieren." Der direkte Kontakt zur Polizei sei in Kaldenkirchen weiterhin über die vorhandene Sprechanlage gewährleistet. „Es besteht kein Grund zur Besorgnis, die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger im Kreis Viersen ist nach wie vor gewährleistet“, sagte Landrat Andreas Coenen.

Nach der Neu-Organisation im Herbst 2016 befinden sich die Hauptwachen in Viersen und Kempen. Außerdem gibt es Schwerpunktwachen in Nettetal-Kaldenkirchen (Am Rathaushof) und in Willich. Die Wache in Kaldenkirchen ist lediglich montags bis freitags  bis 22 Uhr besetzt. „Sie wird dennoch rege genutzt“, erklärte der Polizeisprecher. 

Nettetals Bürgermeister Christian Wagner (CDU) erinnerte an die grundsätzlichen Bedenken der Stadt, die sie bei der Reduzierung der Präsenz der Wache in Kaldenkirchen geäußert hatte. „Mit dem Ausdünnen der Funktionen und der Aufgabe der 24/7-Präsenz wurde mindestens das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen beeinträchtigt“,  sagte Wagner. Mit der Schließung der Wache falle für die Nettetaler lediglich die Möglichkeit weg, wochentags eine Anzeige zu erstatten. Dies dürfte keine schwerwiegenden Nachteile beinhalten.

Für Wagner ist entscheidend, dass auch in der Corona-Krise die Präsenz der Einsatzkräfte gerade in den kommenden Wochen gesichert ist. Doch diese Präsenz sei von der einzelnen Wache unabhängig, da sie über Viersen gesteuert werde. Dabei vertraut Nettetals Bürgermeister darauf, dass der Landrat als Dienstherr der Polizei die Sicherheitsbelange der Nettetaler ausreichend berücksichtigt. Dies sieht Claudia Willers, CDU-Ortsvorsteherin in Kaldenkirchen, ähnlich: „Die Sicherheit der Bürger muss gegeben sein.“ Aber die aktuelle Situation erfordere auch  besondere Handlungsweisen.