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Corona Kreis Viersen: Vier von fünf Impfterminen fallen aus

Corona im Kreis Viersen : Vier von fünf Impfterminen fallen aus

Während Lehrer und Erzieher händeringend auf Impftermine warten, werden die Kapazitäten des Impfzentrums für Astrazeneca-Berechtigte bei Weitem nicht ausgeschöpft. Der Kreis halbierte deshalb jetzt die Zahl der Impfstraßen.

Die Corona-Schutzimpfungen für die Unter-80-Jährigen laufen im Dülkener Impfzentrum für den Kreis Viersen nicht rund. „Die Kapazitäten unseres Impfzentrums werden im Moment bei weitem nicht ausgeschöpft“, berichtete Kreis-Sprecherin Anja Kühne auf Anfrage unserer Redaktion. „Von 250 möglichen Terminen am Montag konnten nur 50 Termine vergeben werden.“ An den anderen Tagen habe es ähnlich ausgesehen. Grund: Es meldeten sich schlicht nicht genug Impfberechtigte aus der Gruppe der Unter-80-Jährigen. „Die Zahl der Impfstraßen für AstraZeneca-Berechtigte wurde darum von vier auf zwei verringert“, teilte die Kreis-Sprecherin mit.

Gleichzeitig steht beim Kreis Viersen das Telefon nicht still, weil Erzieher und Lehrkräfte Impftermine vereinbaren wollen, nachdem die Bundesregierung angekündigt hatte, dass sie sich nun gegen das Coronavirus impfen lassen können. Zum jetzigen Zeitpunkt sei die Rechtslage dazu aber noch nicht hinreichend geklärt, heißt es vom Kreis. Impftermine könnten noch nicht vergeben werden. Der zuständige Dezernent Thomas Heil fordert: „Das Land sollte schnellstmöglich weitere Gruppen zur Impfung freigeben, damit wir die Kapazitäten voll ausschöpfen können.“

Der Impfstoff von Astra-Zeneca ist nicht unumstritten; die Nebenwirkungen sollen häufig stärker ausfallen als beim Biontech-Impfstoff, was aber auch am Alter der Geimpften liegen könnte. Worauf führt der Kreis die geringe Impf-Nachfrage zurück? „Wir wissen nicht, ob es mit der Skepsis gegenüber dem Impfstoff zu tun hat, wenn die Termine nicht gebucht werden“, sagt die Kreis-Sprecherin. „Denkbar ist für uns auch, dass die impfberechtigten Gruppen in der Priorisierungsgruppe I nicht ausreichend groß sind. Möglicherweise bleiben auch deshalb viele Plätze leer, weil gar nicht genug Impfberechtigte eingeladen werden können.“ Zur Priorisierungsgruppe II gehören beispielsweise Ärzte und Polizisten.

Laut einer Studie der Universität von Witwatersrand in Johannesburg ist der Astra-Zeneca-Impfstoff gegen die auch im Kreis Viersen zirkulierende südafrikanische Virusvariante B.1.351 wirkungslos, wenn es darum geht, vor leichten bis mittelschweren Erkrankungen zu schützen. Allerdings beantwortet die Studie nicht die Frage, ob der Impfstoff schwere Covid-19-Verläufe verhindern könnte.

Beim Paul-Ehrlich-Institut heißt es: „Der Impfstoff von Astra-Zeneca ist hochwirksam.“ Er verhindere in der Mehrzahl der Fälle eine Covid-19-Erkrankung oder mildere bei Erkrankungen die Symptome. „Keiner der zweimal geimpften Studienteilnehmenden der Zulassungsstudien musste nach einer Astra-Zeneca-Impfung mit einer Coronavirus-2-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert werden.“