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Corona-Freizeit-Angebot in Brüggen: Kinder kochen für ihre Eltern

Corona-Freizeit-Angebot in der Gemeinde Brüggen : Kinder kochen für ihre Eltern

Der Jugendtreff Born und das Second Home haben in der Corona-Krise ein Angebot für Familien entwickelt. Warum das Eltern und Kindern schmeckt.

Daniela Habitz (39) ist begeistert: „Ich find das herrlich.“ Die Mutter von Lena (zehn) und Lars (sechs) konnte jetzt mit ihrer Familie eine ungewöhnliche Lasagne genießen: Die Zutaten kamen aus einer Kochtüte vom Jugendtreff Born, die Köche waren ihre beiden Kinder.

Im Laufe des von der Corona-Pandemie geprägten vergangenen Jahres sind zahlreiche digitale Freizeit- und Lernangebote für Kinder und Jugendliche entwickelt worden. Dass Angebote auch noch anders funktionieren können, zeigt eine Kooperation zweier Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in der Gemeinde Brüggen.

Das Brüggener Second Home und der Jugendtreff Born haben die „Family Time“ gestartet. Unter diesem Motto entwickeln die Mitarbeiter Projekte, die Kinder und ihre Eltern ansprechen und an einen Tisch bringen sollen. So entstand die „Kochtüte“. „Das Angebot richtet sich an Familien mit Kindern“, erzählt Fabian Stapper vom Jugendtreff Born. 26 Stoffbeutel wurden als Kochtüten gepackt: „Voller Gemüse wie Möhren und Zucchini sowie mit einer frischen Basilikumpflanze als Gewürz“, beschreibt Stapper. Natürlich gab es auch ein verständlich formuliertes Rezept, dazu eine Kerze und eine Anleitung zum Servietten falten: ein Rund-um-Paket für eine gelungene Mahlzeit. „Wir wollen die Familien stärken“, so das Ziel des Angebots.

Lars und Lena Habitz haben das Rezept direkt laminiert. Es wird in ihr eigenes Kochbuch aufgenommen. Die zwei Kochwütigen haben recherchiert und im sozialen Netzwerk Facebook Online-Kinderkochkurse entdeckt, an denen sie jetzt teilnehmen.

Lars ist der Chefkoch der Familie – mit eigener Kochmütze. Mit seiner Schwester hat er in harmonischer Zusammenarbeit, mit viel Geduld und Ruhe viel Gemüse für die Lasagne aus der Kochtüte geschnibbelt. Daniela Habitz saß währenddessen  am Tisch, arbeitete und beantwortete Fragen ihres kochenden Nachwuchses. Lars knabberte an Möhren und Zucchini: „Naschen gehört zum Kochen dazu“, meint er.

„Die Beiden haben alles komplett allein zubereitet. Nur in den Ofen geschoben habe ich die Lasagne“, berichtet die stolze Mutter. Mit gefalteten Servietten und der Kerze aus der Tüte wurde der Tisch gedeckt, die Lasagne wurde bis auf einen kleinen Rest verputzt. Der landete im Kühlschrank  – allerdings nicht für lange. „Die Kühlschrankräuber haben die Reste gegessen“, erzählt Habitz lachend. Zur Belohnung habe sie dann die Küche aufgeräumt: „Das hatten die Kinder sich verdient.“

Über Plakate in den beiden Jugendzentren und über die sozialen Medien wurde die Kochaktion beworben. Die Resonanz war sehr gut, alle 26 Tüten waren schnell verteilt – natürlich kostenfrei, es gab mehr Interessenten als Kochtüten. Abgegeben wurden sie Corona-konform durch das Fenster oder mit großem Abstand an der Tür. Lars hatte am Abholtag Präsenzunterricht in der Grundschule und konnte die Kochtüte anschließend direkt mitnehmen.

Die Mitarbeiter vom Brüggener und Borner Jugendtreff haben schon die nächste Idee im Kopf: Sie planen jetzt eine Ostertüte für Familien.

(b-r)