1. NRW
  2. Städte
  3. Viersen

Comedian Mirja Boes trat jetzt in der Festhalle ihrer Heimatstadt für den guten Zweck auf

Auftritt in Festhalle Viersen : Heimspiel für Comedian Mirja Boes

Bei ihrem Auftritt in der Festhalle Viersen überzeugte die aus dem TV bekannte Boisheimerin nicht nur mit witzigen Erzählungen, sondern auch gesanglich. Das Besondere: Der Erlös wird gespendet.

Nach einem langen Applaus heißt „Bühne frei“ für Mirja Boes. Doch zunächst kommt ein Einspieler, in dem verschiedene Comedians ihre persönliche und sehr humorige Meinung zu dem aktuellen Programmnamen „Willkommenabschiedsrevue – Auf Wiedersehen hallo“ zum Besten geben, darunter Atze Schröder, Anette Frier, Mundstuhl, ebenso Horst Lichter. Danach erscheinen die Honkey Donkeys, die Mirja Boes schon lange musikalisch begleiten, angetan mit langen Abendkleidern und opulentem Kopfschmuck.

Und dann springt Mirja Boes auf die Bühne, im Glitzerfrack und mit Zylinder. Die 48-Jährige schickt die Band mit den Worten: „So, jetzt raus aus den privaten Klamotten und rein in die Berufsbekleidung“ wieder zurück in den Backstage-Bereich. Dann fragt sie im Publikum nach, über welche Abschiede im Leben man sich am meisten freue: Das ruft Vorschläge in den Saal, etwa „Chef“, „Lehrer“ oder „Schwiegermutter“. Letztere Antwort führt sofort zu Nachfragen der Komikerin, die zunächst wissen möchte, wer die gegeben hat. Als klar wird, dass sie von einem 19-Jährigen kommt, der mit 18-jähriger Freundin und deren Mutter im Publikum sitzt, ist für Boes klar: „Das ist nicht sicher, dass Du die Schwiegermutter wirst.“

Sie selbst habe sich in ihrem Leben am häufigsten von ihrer Würde verabschiedet, das passiere nahezu täglich, so die Moderatorin und Schauspielerin. Mit ihren schonungslosen Schilderungen erhält die Komikerin zahllose Lacher, egal ob es sich um den Besuch beim arabischen Friseur handelt, der ihr bei einer Fadenzupfung auch unter dem Mund Haare entfernen möchte, oder ihre Kindererziehung. Wobei, diese findet nicht mehr statt. Sie liebe ihre Kinder noch, aber erziehen? „Nein! Die sind jetzt sechs und acht Jahre alt, das müssen sie nun alleine hinkriegen.“ Es sei einfach so wahnsinnig kompliziert, ausgesprochene „Drohungen“ bei schlechtem Benehmen dann auch durchzusetzen, zumal man sich ja dann meist selber mitbestrafe. „Ich weiß nicht, wie oft ich mir selbst schon Hausarrest gegeben habe.“

Stimmkraft beweist sie bei Liedern wie „Ich pinkel‘ deinen Namen in den Schnee“. Immer mit dabei: Die „Honkey Donkeys“, die aber auch einen grandiosen Einzelauftritt hinlegen. Dabei erinnern sie an die gesanglichen Anfänge von Mirja Boes, die mit dem Ballermannhit „20 Zentimeter“ bekannt wurde. Verkleidet als die Wildecker Herzbuben, Elvis, Udo Lindenberg oder Rammstein sorgen sie mit den Adaptionen für ein Highlight des Abends.

Wie es zu dem Heimspiel von Boes in der Festhalle Viersen kam, das berichtete die Präsidentin des Zonta-Clubs Viersen. „100 Jahre Zonta international und 40 Jahre mit engagierter und ehrenamtlicher Arbeit in Viersen machen uns stolz und sind ein Anlass zu feiern“, sagte Andrea Zaum-Schillings. Ende 2017 sei die Idee entstanden, die aus Boisheim stammende Komikerin zu engagieren, nach einer Kontaktaufnahme habe „Mirja nicht lange gefackelt und ihr Okay für die Benefizgala gegeben“. Das Besondere an Boes’ Auftritt: Der Reinerlös des Abends fließt in verschiedene Projekte des Clubs, aktuell sind es beispielsweise welche gegen Kinderehen oder Altersarmut. Der 1919 in den USA gegründete Club sei die erste weibliche Serviceagentur gewesen und heute ein weltweiter Zusammenschluss, der versuche, die Lebenssituation von Frauen und Kindern zu verbessern, erklärte die Präsidentin. „Es geht darum, denen die Hilfe benötigen, diese zu geben, egal ob durch finanziellen oder persönlichen Einsatz“, so Zaum-Schillings. „Das macht die Welt ein bisschen besser, und das allein zählt.“