Viersen Clara macht Radio

Viersen · Die Teilnehmer der Radio-Werkstatt am Clara-Schumann-Gymnasium bearbeiten gleich zwei Projekte gleichzeitig: Sie produzieren Sendungen für den Lokalsender und für den Schülerradio-Wettbewerb "Tatfunk".

 Die Schüler eines der drei Literaturkurse am Clara-Schumann-Gymnasium hantieren mit Kopfhörern, Kabeln und Mikrofonen, um ihre Radiosendungen aufzunehmen.

Die Schüler eines der drei Literaturkurse am Clara-Schumann-Gymnasium hantieren mit Kopfhörern, Kabeln und Mikrofonen, um ihre Radiosendungen aufzunehmen.

Foto: Busch

Wer freitagmorgens in den Musikraum des Clara-Schumann-Gymnasiums kommt, muss schon mal länger suchen, bis klar ist, wer hier Schüler und wer Lehrer ist. Denn in dem Gewusel, das im Raum herrscht, geht Anja Bilski leicht unter. Überall sitzen kleine Grüppchen vor ihren Laptops und diskutieren eifrig. Vorn am Pult hantieren zwei Schüler mit Kabeln und Kopfhörern. Anja Bilski unterrichtet in einem der drei Literaturkurse am Dülkener Gymnasium. Da im nächsten Jahr gleich zwei Jahrgänge gleichzeitig Abitur machen, konnten die Schüler zwischen den Literaturkursen Poetry Slam, Theater und der Radiowerkstatt mit Anja Bilski wählen.

Bilskis Schüler bearbeiten gleich zwei Projekte gleichzeitig. "Zum Einen produzieren wir halbjährlich eine Sendung für den Bürgerfunk auf Welle Niederrhein. Außerdem nehmen wir am Projekt Tatfunk der Eberhard-von-Kuenheim-Stiftung teil", erklärt Bilski. Die Technik bekommen die Schüler von der Landesanstalt für Medien (LFM) in Düsseldorf.

Buntes Programm

Für die Bürgerfunk-Sendung stellen die Schüler ein bunt gemischtes Programm zusammen, für die "Tatfunk"-Teilnahme müssen sie eine Sendung mit mehreren Beiträgen zu einem übergeordneten Thema produzieren. Der Kurs hat sich für das Thema "Medienkritik" entschieden und produziert Beiträge zu Themen wie "Boulevardjournalismus" und "Altersbeschränkungen für Filme und Computerspiele". Wann sie an welchem Projekt arbeiten, entscheiden die Schüler selbst. Sie nehmen die Beiträge auf, schreiben die Texte und schneiden die O-Töne am Laptop zusammen.

"Zuerst ist es mir sehr schwer gefallen, die Kontrolle über den Unterricht aus der Hand zu geben und die Schüler selbstständig arbeiten und organisieren zu lassen", gibt Bilski zu. Mittlerweile hat sie sich aber daran gewöhnt, dass sie hauptsächlich Beobachterin ist.

Tim Danek und Jan-Niklas Hagenbeck sind die "Chefs vom Dienst" der Gruppe. Der Kurs hat sie gewählt, und nun sind sie für den reibungslosen Ablauf der Projekte zuständig. "Wir sprechen mit Frau Bilski die Stundenplanung ab und schlichten, falls es in den Gruppen Probleme gibt", erklärt Jan-Niklas seine Aufgabe. Außerdem verwalten sie das Budget, das alle Teilnehmerschulen von der Eberhard-von-Kuenheim-Stiftung bekommen.

Das Büro von Schulleiter Gunter Fischer ist nur einige Meter vom Musikraum entfernt und während der Radio-Stunden zu einer Art Tonstudio geworden. "Im Musikraum ist es zu laut, wenn alle reden. Deswegen gehen wir hier hin, um aufzunehmen", sagt Mike Spoerer. Bis Mitte Juni muss die Tatfunk-Sendung fertig sein.

(RP)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort