Chorsänger und Solisten führen am 9. Dezember Haydns "Schöpfung" in Süchteln auf

Aufführung in Viersen : Proben für die „Schöpfung“

Der Kirchenchor St. Clemens und die Niederrheinische Chorgemeinschaft Süchteln bereiten Joseph Haydns großes Oratorium vor. Es wird am zweiten Sonntag im Advent in der Pfarrkirche St. Clemens aufgeführt.

Rund 60 Sängerinnen und Sänger hat Kantor Bernd Cuypers im Pfarrheim, dem Josefshaus in Süchteln, versammelt zu einer der letzten Proben vor dem großen Tag – am Sonntag, 9. Dezember wird in der Süchtelner Pfarrkirche St. Clemens Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ für drei Solisten, Chor und Orchester aufgeführt. Rund ein Jahr hat die Chorgemeinschaft an diesem anspruchsvollen Opus gefeilt – „stets entdeckt man wieder etwas Neues“ meinte Cuypers schon bei der Vorbesprechung. In der Tat zeichnet sich dieses Gipfelwerk Haydns bei aller Eingängigkeit durch Tiefgründigkeit und fast kindliche Frömmigkeit aus – wollte Haydn doch „seinen Gott fröhlich loben“.

Das unbedingt notwendige Einsingen nach einem anstrengenden Arbeitstag absolvieren die Choristen mit Intensität – sie wissen, dass ihre Stimmen nur mittels dieser Grundübungen in der Lage sind, die anspruchsvollen, teils mit Läufen gespickten Parts zu bewältigen. Die erste Herausforderung ist bereits der Choreinstieg: „Und der Geist Gottes schwebte auf der Fläche der Wasser, und Gott sprach: Es werde Licht“. „Das müsst ihr viel leiser und geheimnisvoller singen“, unterbricht der Chorleiter, „denn darauf folgt ja mit großer Steigerung bis zum Fortissimo ,und es ward Licht’“. Der dritte Versuch gelingt optimal – wie eindrucksvoll wird dieses „Licht“ die große Clemenskirche füllen! Beim nächsten Chorsatz rät der Kantor zu dynamischer Wandlungsfähigkeit, um die unterschiedlichen Stimmungen noch intensiver darzustellen. „Ihr müsst mehr genießen, was ihr singt“, fordert er die Sänger auf. Ein interessanter Hinweis des Dirigenten, der gleich Früchte trägt.

Noch sind es gut zwei Wochen bis zum Aufführungstag, doch alle Chorsätze wirken sehr sicher und fast immer intonationsrein. Natürlich gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten, aber Cuypers, der sehr versiert am Klavier den Orchesterpart spielt, dabei mit einer Hand die Einsätze gibt und an den Übergangsstellen die Solistenparts singt, wirkt zu Recht zufrieden. Immer wieder lobt er seine Chorgemeinschaft und beruhigt sie: „Wir sind auf einem guten Weg“.

Nach gut einer Stunde ist bis auf den Schlusschor der gesamte Chorpart geprobt, und die Mitglieder der Niederrheinischen Chorgemeinschaft Süchteln verabschieden sich. Der Kirchenchor muss noch bleiben und sich den liturgischen Aufgaben der bevorstehenden Adventszeit widmen. Hildegard Byns, die in Düsseldorf ihr Kunststudium absolviert hat und bei den Altstimmen im Chor mitsingt, hat sich von der Musik Haydns zu fünf eindrucksvollen Bildern inspirieren lassen, die bis zur Aufführung der „Schöpfung“ in der Kirche zu sehen sind.

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