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CDU will mehr Gleichberechtigung bei Mobilität in Viersen

Straßenverkehr : CDU will Gleichberechtigung bei Mobilität

Die Christdemokraten fordern, dass der Wandel der Mobilität „mit einem zukunftsfähigen Konzept“ gefördert wird. So beantragt die CDU zum Beispiel, den Verkehrsfluss im Stadtgebiet zu verlangsamen.

Viersen Es sind Sätze, die so oder ähnlich zum guten Ton auf jedem Grünen-Parteitag gehören: „Wir brauchen viel mehr Mut zur Verkehrswende. Vergesst die Autostraßen als Nummer 1. Wenn wir klimapolitisch unsere Hausaufgaben machen wollen, dann müssen wir umdenken.“ Aufgeschrieben hat diese Sätze die stellvertretende Viersener CDU-Fraktionsvorsitzende Anne Kolanus. Sie stehen in einem Antrag, in dem die Christdemokraten eine Art Verkehrswende für Viersen fordert. Oder, wie es im Antrag heißt, „den Wandel der Mobilität in unserer Stadt Viersen mit einem zukunftsfähigen Konzept ab sofort zu begleiten, zu fördern und zu gestalten“.

Anne Kolanus, die häufig mit dem Fahrrad unterwegs ist, sagt: „Ein Radverkehrsanteil von 30 Prozent muss drin sein.“ Man könne davon ausgehen, dass mit einer deutlichen Verbesserung der ÖPNV-Netze viele Autofahrer umsteigen werden. „Dass sie zum Beispiel mit der Bahn fahren und ihr Faltrad dabeihaben, um damit vom Zielbahnhof weiterzufahren“, erklärt Kolanus. Auch der vermehrte Absatz von E-Bikes und Pedelecs trage zum Wandel der Mobilität bei: „Ein Rad mit ,Rückenwind’ vergrößert den Radius der Menschen und macht Lust aufs Radfahren – nicht nur in der Freizeit, sondern vor allem auch im Alltag.“

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Sieben Punkte umfasst der Antrag der CDU:

Verkehrsfluss Die CDU will den Verkehrsfluss im gesamten Stadtgebiet gleichmäßig verlangsamen. „Ein gleichmäßig langsamer Verkehrsfluss ist angenehmer und effizienter“, sagt die CDU-Ratsfrau. „Gechillte Städte wie Kopenhagen oder Groningen fühlen sich nicht langsam an und funktionieren besser für die Menschen.“

Radwege Der gleichmäßig verlangsamte Verkehrsfluss setzt ein lückenlos gestaltetes Radwegenetz im gesamten Stadtgebiet voraus.

Radspuren Geschützte Radspuren sollen ausgebaut werden. Dabei handelt es sich um Radwege, die durch eine Pufferzone von der Fahrbahn getrennt werden. Physische Barrieren sollen auf diesen Abschnitten verhindern, dass Autos auf ihm parken oder ihn befahren. Kolanus: „In einem Modellversuch in den USA hat sich gezeigt, dass sich der Anteil radelnder Frauen auf geschützten Radspuren vervierfacht hat.“

Fahrradstraßen In Deutschland sind Fahrradstraßen dem Fahrradverkehr vorbehalten. Mit anderen Fahrzeugen dürfen sie nur dort benutzt werden, wo Zusatzschilder das erlauben. Oft wird so der Verkehr für Anlieger oder nur in einer Fahrtrichtung zugelassen (Einbahnstraße). Die Höchstgeschwindigkeit beträgt für alle Fahrzeuge 30 km/h. In dem CDU-Antrag heißt es: „Auch die Ausweisung von Fahrradstraßen darf kein Tabu sein!“

Bettelampeln Die CDU will die Grün-Anforderung per Knopfdruck an Ampeln noch einmal geprüft wissen, ebenso die Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer, die gegen die Hauptfahrtrichtung fahren.

Radstationen Die CDU fordert den Bau von Radstationen und die Aufstellung weiterer Fahrradboxen im Stadtgebiet.

Kontrollen „Autofahrer müssen lernen, dass Fahrradwege keine Parkplätze sind“, heißt es in dem Antrag.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Stephan Sillekens weiß: „Kosten für die neue Infrastruktur sind hoch.“ Er hält sie aber für bezahlbar. „Für diverse Maßnahmen gibt es Förderprogramme, die die Stadt in Anspruch nehmen kann.“ Anne Kolanus ergänzt: „Wir brauchen bahnbrechende Projekte für die sanfte Mobilität.“

Bei der SPD stößt der Antrag auf Wohlwollen. „Es ist sinnvoll, dass man sich Gedanken macht, wie man Verkehr in Viersen zukunftsfähig gestaltet“, sagt SPD-Ratsherr Jörg Dickmanns. Heinz Plöckes (SPD) kritisiert: „Auf der einen Seite fordert die CDU, dass das Sparkassen-Parkhaus am Wochenende fürs Gratis-Parken geöffnet wird, lenkt damit mehr Autos in die City. Auf der anderen Seite fordert die CDU ein Mobilitätskonzept, das Fußgänger und Radfahrer vor den Autofahrern bevorzugt. Das widerspricht sich.“ Das sieht Kolanus anders: „In unserem Antrag geht’s um die Gleichberechtigung der Verkehrsteilnehmer. Und bei dem Antrag zum Parkhaus geht’s um zusätzliche unterirdische Parkplätze, die oberirdisch Parksuchverkehre reduzieren helfen.“