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CDU Viersen legt Plan zur Abmilderung der Corona-Krise vor

Politik in Viersen : Corona: CDU Viersen legt 13-Punkte-Plan vor

Die Terrassengebühr streichen, Hilfsfonds einrichten, junge Existenzgründer unterstützen, ein Ferienprogramm initiieren – die Vorschläge der CDU Viersen, die Corona-Krise abzumildern.

Mit einem breiten Maßnahmenbündel wollen die Viersener Christdemokraten Auswirkungen der Corona-Krise mildern. Sie legen einen 13-Punkte-Plan vor, wie die Stadt auf die Herausforderungen reagieren kann – und rufen auch andere Parteien dazu auf, Lösungsvorschläge zu erarbeiten.

„Wir haben das Maßnahmenbündel bewusst nicht als Antrag eingereicht, sondern nur Vorschläge gemacht“, erklärte Viersens CDU-Geschäftsführer Stephan Seidel. Klar sei: „Billig wird das nicht. Aber es muss auch darum gehen, jetzt in die Menschen zu investieren.“

Die wichtigsten Punkte der CDU-Vorschlagsliste:

Terrassengebühr Sie soll für das gesamte Jahr gestrichen werden, um Gastronomen und Einzelhändler finanziell zu entlasten. Das fordert auch der Bund der Steuerzahler.

Außenflächen Cafés, Restaurants und Einzelhändler sollen ihre Außenflächen in Viersen ausweiten dürfen.  „Gastronomiebetriebe können so ihre Kapazitäten erweitern, kleinere Einzelhändler zusätzlich Ware anbieten“, erklärt der stellvertretende CDU-Vorsitzende Thomas Gütgens. Nebenbei könnten auch notwendige Hygieneabstände leichter eingehalten werden.

Wochenmärkte Viersener Einzelhändler sollen in den Sommermonaten die Möglichkeit bekommen, Waren wie Bücher oder Textilien auf den Wochenmärkten zu verkaufen. „Der Freiluftverkauf ist eine der sichersten Möglichkeiten aktuell, den Einzelhandel auch für Risikogruppen zu realisieren“, heißt es in dem Papier.

Waschstationen Die CDU regt an, in den Innenstädten, auf den Wochenmärkten und entlang der Fußgängerzonen „Mobile Waschstationen“ zu errichten. Das minimiere die Infektionsgefahr.

Senioren-Hotline  Die Kontaktbeschränkungen sorgen gerade bei Älteren für Vereinsamung. Die CDU schlägt vor, eine „Hotline für Senioren“ anzubieten. „Entweder zur Ermöglichung sozialer Kontakte am Telefon oder als Vermittlung von Hilfen“, sagt Seidel.

Existenzgründer Der Vorstand des Vereins „Gewächshaus für Jungunternehmer“ soll sich mit der Frage befassen, jungen Existenzgründern auf Bedarf die Mietkosten für einen Übergangszeitraum zu erlassen. Ebenso sollen Vereinsmitglieder ihre Mitgliedsbeiträge stunden lassen, falls diese in der momentanen Situation eine zu große Belastung darstellen sollen.

Spielbus „Viele Kinder und ihre Eltern erleben in der aktuellen Zeit immense Einschränkungen in der Wahrnehmung ihrer sozialen Kontakte und fehlende Abwechslung in der Spieltätigkeit“, heißt es in der Vorschlagsliste. „Weiter ist davon auszugehen, dass viele Eltern und Kinder in diesem Jahr auf ihren Sommerurlaub verzichten müssen.“ Daher sei zu überlegen, ob über die Sommermonate nicht über den Spielbus hinaus noch mehr Tätigkeiten dieser Art an wechselnden Standorten und Plätzen angeboten werden, um Kindern und Eltern in diesem ungewöhnlichen Sommer Abwechslung und Unterhaltung zu bieten. „So können tageweise lokale Sport-, Spiel- und andere Wettbewerbsveranstaltungen an verschiedenen Lokalitäten veranstaltet werden“, sagt Gütgens – freilich nur, wenn die Infektionslage das erlaube.

Ausschreibungen   Die Stadt soll Ausschreibungen, die bisher wenig von hiesigen Handwerksfirmen angenommen wurden, mittelfristig erneut veröffentlichen. „Es ist davon auszugehen, dass viele Firmenkunden in den nächsten Monaten einen Investitionsstopp vollziehen werden und so Auftrags-Vakanzen bei den heimischen Handwerkern entstehen“, sagt Seidel. Bereite die Stadt schon jetzt die Ausschreibungen vor, könne das im Idealfall dazu führen, dass lang geplante Projekte wie Renovierungen an Schulen und Kindergärten schneller umgesetzt werden.

Hochrisikogruppe Den erkrankten Menschen oder auch Senioren, die zur Corona-Hochrisikogruppe gehören, wird es aus heutiger Sicht vorerst nicht möglich sein, am Alltag und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Die CDU regt an, dass mit Vereinen und ehrenamtlich tätigen Menschen in Viersen Möglichkeiten gefunden werden, Einkaufsdienste, Besuchsdienste oder andere Maßnahmen zu planen, „damit die Schwächsten und Einsamen mitten in unserer Stadt nicht weiter vereinsamen und isoliert werden“.

Jugendeinrichtungen Die finanziellen Budgets für Jugendeinrichtungen in Viersen sollen schnell und unkompliziert noch für das laufende Jahr angehoben werden. Ziel: Eine breitere Möglichkeit für Kinder und Jugendliche in der Ferienzeit anzubieten. „Dabei kann auch jetzt schon mit weiteren Jugendgruppen wie zum Beispiel Pfadfindergruppen und Sportvereinen gesprochen werden, ob diese interessiert sind, kleine geöffnete von der Stadt finanzierte Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche auszuführen, soweit es die Lage zulässt“, sagt Gütgens.

Kultur Künstler könnten in Bereichen wie Altenheimen kleine Darbietungen (zum Beispiel im Innenhof) geben. Gütgens: „Das hätte den Vorteil, dass die soziale Isolation verringert würde, wertschätzt die ältere Bevölkerung und man bietet den Künstlern die Chance, sich trotz der Krise zu präsentieren.“