1. NRW
  2. Städte
  3. Viersen

CDU: „Taubenplage in Fußgängerzone Viersen hat bedenkliches Ausmaß angenommen“

Fußgängerzone Viersen : CDU: „Taubenplage hat bedenkliches Ausmaß“

Das Taubenproblem habe in der Viersener Fußgängerzone in den vergangenen Jahren zugenommen, sagt Ratsherr Ole Wiggers. Die CDU beantragt, dass die Stadtverwaltung schnell Maßnahmen ergreift.

Die Tauben haben in der Viersener Fußgängerzone Spuren hinterlassen. Die kleinen Federn, die ab und zu am Remigiusbrunnen auf dem Boden liegen, sind dabei für CDU-Ratsherr Ole Wiggers eher harmlos: Er stört sich vor allem am Taubenkot. „Das ist einfach unappetitlich“, sagt er. „Der Zustand an der Ecke Hauptstraße/Löhstraße ist unhaltbar. Der Taubenkot und die Taubenplage haben an dieser Straßenecke ein bedenkliches Ausmaß erreicht.“ Die CDU-Fraktion hat deshalb einen Antrag an Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) geschickt. Im zuständigen Ausschuss soll über Vergällungsmittel beraten, Maßnahmen sollen „zeitnah umgesetzt werden“, fordern die Christdemokraten.

Seit etwa einem Jahr sei das Problem bekannt, sagt Wiggers. „Die Tauben sitzen zum Beispiel auf Werbeschildern der Bäckerei, außerdem verstärkt auf den Ästen der Bäume am Remigiusbrunnen.“ Einige Werbeschilder an den Geschäften rund um den Brunnen sind bereits mit Tauben-Spikes versehen, spitzen Metallstäben, die dafür sorgen sollen, dass sich die Vögel dort nicht niederlassen. Auch auf Fenstersimsen sind sie angebracht. Für Wiggers ist das nicht genug, vor allem, weil das Tauben-Problem im Laufe des vergangenen Jahres „immer stärker geworden ist“. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung soll nach Lösungen gesucht werden, beantragt die CDU. Es müsse gehandelt werden, denn „Tauben (Stadttauben) übertragen Krankheitserreger und ihr Kot enthält Pilze und Bakterien“.

  • Das sind die Ideen für Viersen.
    Stadtentwicklung : Der Viersen-Plan – Fit für die 20er-Jahre
  • Viersen will an seiner Attraktivität arbeiten.
    Kommentar zum Viersen-Plan : Je konkreter, desto besser
  • Viele Tiere – darunter Pferde, Esel
    Wohin mit den Kindern in den Herbstferien? : Ausflüge mit und ohne Corona-Test

Volker Guske, Vorsitzender des Landesverbands NRW der deutschen Schädlingsbekämpfer, erklärt: „Grundsätzlich ist es so, dass Tauben Krankheiten übertragen können.“ Im Kot der Tiere fänden sich Ornithose-Erreger. Doch um sich als Mensch damit eine Krankheit einzufangen, müsse man schon oft mit dem Kot in Berührung kommen oder, zum Beispiel auf dem heimischen Dachboden, eine große Menge Staub von getrocknetem Kot einatmen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Passanten in einer Fußgängerzone wegen der Tauben mit einer Krankheit anstecke, „sehe ich bei null Prozent“. Und: Um Tauben aus der Fußgängerzone zu vertreiben, helfe nachhaltig eigentlich nur eins: „Ein Ordnungsdienst muss Verbote gegen das Füttern der Tiere aussprechen und dafür sorgen, dass Passanten keinen Nahrungsmittel wegwerfen.“ Dann würden sich die Vögel einen neuen Platz suchen.

Taubenspikes, Netze in Bäumen, blinkende CDs oder Vergällungsmittel an Ästen wirken Guskes Erfahrung nach nur kurzfristig, weil sich die Tiere daran gewöhnen. Wiggers sieht das anders: Auf Äste eines Baumes am Bienenbrunnen, ebenfalls auf der Hauptstraße, sei vor einigen Jahren ein Vergällungsmittel aufgebracht worden: „Das hat Erfolg, der Boden dort sieht jetzt deutlich besser aus als früher.“ 2015 sei eine Paste auf die Äste gesprüht worden, erläutert Stadtsprecher Frank Schliffke, „an einem Ast wurde 2018 nachgearbeitet“. Auf die klebrige Paste wurde noch eine Schicht Sand gestreut. Das Ergebnis: „Die Ummantelung der Äste wurde weich“, die Tauben würden sich nicht mehr so gerne darauf setzen. Das Ziel sei, das Problem „mit einfachen Mitteln zu beheben“, betont Wiggers. Welche genau das am Ende sind, soll im Ausschuss diskutiert werden.