1. NRW
  2. Städte
  3. Viersen

CDU-Bundestagskandidat Martin Plum: Der Mann, der Unabhängigkeit schätzt

Bundestagswahl im Kreis Viersen : Martin Plum - der Mann, der Unabhängigkeit schätzt

Der Viersener Martin Plum, 39-jährig und promovierter Jurist, tritt für die CDU bei der Bundestagswahl am 26. September als Direktkandidat an. Wofür steht er?

Martin Plum, 39, promovierter Jurist, steht am Herd in seiner Wohnung in Alt-Viersen und macht das, was ihm Spaß macht. Kochen. „Fürs Kochen bin zu Hause ich zuständig“, sagt der Richter am Arbeitsgericht Düsseldorf. Drei Tage die Woche verbringt der in Dülken Aufgewachsene im Homeoffice, zwei Tage in seinem Richterzimmer und in den Sitzungssälen hinter dem Düsseldorfer Hauptbahnhof.

Wäre dies ein normaler Tag, wäre Plum eigentlich in Düsseldorf. Aber seit dem Pfingstmontag sind die normalen Tage für ihn vorbei. In der Stichwahl wurde er Ende Mai von den Mitgliedern der Kreis-CDU zum Direktkandidaten für die Bundestagswahl am 26. September gekürt, ließ fünf Mitbewerber hinter sich. Viele Mitglieder hatte seine Rede berührt, in der er davon sprach, wie Ökologie und Ökonomie zusammen gehen können („nicht mit Verboten“) und sich scharf von der AfD abgrenzte („Diese Partei ist keine Alternative für Deutschland, sie ist eine Schande für Deutschland.“).

Plum nimmt am Küchentisch Platz. „Ich bin in Dülken aufgewachsen,  hier mit meiner Familie im Kreis Viersen zu Hause.“ In den vergangenen Monaten habe er zahlreiche Vereine, Verbände, Firmen und Landwirte besucht, sei ins Gespräch gekommen. „Ich will in Berlin Botschafter dieser Menschen sein und sie mit starker Stimme vertreten“, sagt Plum. Und welche Themen brennen ihm als möglichem Botschafter des Kreises Viersen auf den Nägeln? „Die digitale Infrastruktur hier im ländlichen Raum muss stimmen“, sagt er. Noch immer gebe es Funklöcher in den Außenbereichen. Wichtig sind ihm „Lebens- und Wohnraum für alle Generationen“. Dass Wohnraum knapp ist, weiß er aus eigener Erfahrung: Mit seiner Frau und den beiden Kindern (das eine vier Monate alt, das andere drei Jahre) lebt er in einem 15-Parteien-Haus in der Klimaschutzsiedlung in Viersen. „Wir sind auf der Suche, aber es ist schwierig.“ Plum sieht das Thema „Wohnraum“ aber komplexer. „Das setzt natürlich auch die Infrastruktur voraus: Kitas, Schulen, aber auch pflegerische Versorgung. Gerade mit der Kurzzeitpflege hapert es im Kreis Viersen. Und das dritte Thema, auf das er oft angesprochen wurde und das er in Berlin voranbringen will: die Verkehrsinfrastruktur im Kreis Viersen. Natürlich die großen Schienenprojekte: der geplante Ausbau der S28 und der zweigleisige Ausbau zwischen Dülken und Kaldenkirchen. „Aber auch Radschnellwege.“ Was ist mit Autos? „Die dürfen wir hier im ländlichen Raum nicht außer Acht lassen“, mahnt Plum. Handlungsbedarf sieht er beispielsweise bei der Willicher Autobahnabfahrt Münchheide, wo der Autoverkehr oft ins Stocken gerate.

  • 48 Prozent der Neuinfizierten am Freitag
    Inzidenz-Wert steigt : Neue Corona-Fälle in 17 Schulen im Kreis Viersen
  • Symbolbild.
    Parteien im Vergleich : Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2021 hilft bei Entscheidung – jetzt ausprobieren
  • Der Inzidenzwert ist im Kreis Viersen
    Neueste Zahlen : 36 neue Corona-Fälle im Kreis Viersen

In Plums Kindheit, in seiner Jugend gab es eine Konstante: Der Bundeskanzler hieß Helmut Kohl. „Der Fall der Mauer war mein erstes politisches Ereignis, das ich bewusst wahrgenommen habe“, sagt er. Kurz vor der Wahl 1996, die Kohl verlor, gab’s in der Schule eine Debatte. „Ich war im Team Kohl.“ Und zwei Tage nach der Wahl trat Plum in die Junge Union ein. Aufgewachsen ist er in Dülken in einem bürgerlichen Elternhaus; Vater und Mutter unterrichteten als Lehrer Religion, seinen Zivildienst machte Plum im Theresienheim der örtlichen Pfarrgemeinde Herz Jesu.

Als Kind hatte er überlegt, Lehrer zu werden. Oder Pfarrer. Oder Politiker. Er studierte Jura, in Hamburg und Cambridge, promovierte in Bonn. Wurde gefesselt vom Arbeitsrecht. „Weil es so ein lebendiges Rechtsgebiet ist, hochpolitisch und zugleich sehr nah am Alltag der Menschen.“ Während des Referendariats merkte er, dass der Anwaltsberuf nichts für ihn ist. „Als Richter bin ich unabhängig und kann frei nach meiner Überzeugung handeln.“ Das ist ihm wichtig.

In der Dülkener CDU saß er schnell im Vorstand, bei der Jungen Union wurde er zunächst Justiziar des NRW-Landesverbandes, später des Bundesverbandes, saß dort auch im Vorstand. Ebenso war er sachkundiger Bürger im Kreistag. „Gleichzeitig war es mir immer wichtig, beruflich unabhängig von der Politik zu sein, ein eigenes festes Standbein zu haben.“