Campingplatzmord in Niederkrüchten: Nicht alle Daten gerettet

Prozess um Campingplatzmord : Campingplatzmord: Nicht alle Daten gerettet

Experten haben sechs Smartphones und ein Laptop ausgewertet. Die Geräte gehörten den Angeklagten. Ein Handy hatte die Polizei im nahegelegenen See gefunden.

Fortsetzung im Prozess um den Mord auf einem Campingplatz in Niederkrüchten: Dabei wurden am Freitag einige Ergebnisse der umfangreichen polizeilichen Datenauswertung vorgestellt. Damit gab es auch detailliertere Erkenntnisse zu den Gesprächen der Angeklagten, eine Routenplanung zum Tatort wurde auch gefunden.

Ramona K., eine 52-jährige Neusserin, muss sich seit September 2018 wegen Mordes an ihrem Lebensgefährten Roland P. (54) vor Gericht verantworten. Zwischen dem Paar soll es immer wieder Streit gegeben haben, die Angeklagte habe sich bedroht gefühlt. Ihr Sohn Adriano K. und zwei weitere Männer sind wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt.

Nach vorangegangenen Streitigkeiten zwischen dem Paar soll der Sohn Bekannte angestiftet haben, dem Lebensgefährten der Mutter einen Denkzettel zu verpassen. Diese sollen dann am 18. Januar 2018 die Tür des von dem Paar bewohnten Campingwagens eingetreten und das Opfer mit Pfefferspray, Faustschlägen und einem Schlagstock attackiert haben. Anschließend sollen sie geflohen sein. Laut Anklage soll die 52-Jährige dem Mann anschließend mindestens zweimal in Tötungsabsicht mit einem Pflasterstein auf den Kopf geschlagen haben. Nach dem Wiederherstellen gelöschten Datenmaterials auf insgesamt sechs Smartphones und einem Laptop war die Polizei seit Januar 2019 mit der Auswertung beschäftigt.

Ende April teilte die Kammer mit, die Nachermittlung habe weder Be- noch Entlastendes ergeben. Eine Polizeibeamtin erläuterte an diesem Prozesstag, dass die Münchner Spezialfirma nicht alle von den Nutzern gelöschte Daten wiederherstellen konnte. So sei beispielsweise ein Handy des Angeklagten Konstantin K. im Februar 2018 komplett neu aufgesetzt worden.

Die Auswertung der Handydaten des Adriano K. ergab unter anderem Chats zwischen Mutter und Sohn: Ramona K. habe ihren Sohn zu „zwei Bauarbeitern“ befragt. Dabei gehen die Ermittler davon aus, dass damit die beiden Mittäter gemeint gewesen seien. Auf dem Laptop des Angeklagten K. sei zudem eine Routenplanung zum Campingplatz „Laarer Forst“ in Niederkrüchten gefunden worden, dort wurde die Tat verübt. Die Auswertung des Smartphones von Tim S. zeige die Anfrage nach einem Treffen durch Konstantin K. einen Tag nach der Tat und die „Warum“- Rückfrage von S. .

Es habe keine Antwort gegeben, nur eine anschließend getroffene Verabredung. Zudem seien Bilder und eine Videosequenz mit einer Schusswaffe gefunden worden. Darin zu sehen ist, wie eine Waffe einmal ohne, einmal mit Munition abgefeuert wird und dann Asphalt am Boden abplatzt. Die Metadaten zeigen, dass das Video mit der handyeigenen Kamera gefilmt wurde. Die Person, die die Waffe benutzt, sei jedoch nicht zu sehen.

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