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Viersen: "Cäcilia" Boisheim feiert Jubiläum

Viersen : "Cäcilia" Boisheim feiert Jubiläum

Im Jahr 1863 gründete sich der Kirchengesangverein Caecilia zu Boisheim. Gefeiert wird das Jubiläum am kommenden Sonntag im kleinen Rahmen mit der Gemeinde.

Sein 150-jähriges Bestehen feiert in diesem Jahr der Kirchenchor "Cäcilia" Boisheim. Am kommenden Sonntag, 14. Juli, führt er um 9.30 Uhr in der Dorfkirche St. Peter zur von Präses Pfarrer Rainer Thoma zelebrierten Jubiläumsmesse die dreistimmige "Missa Festiva" des 1964 geborenen englischen Komponisten Christopher Tambling auf. Im Anschluss findet ein Empfang im Haus Kafarnaum statt.

Als Heinrich Thelen mit 19 Jahren zu Beginn des Jahres 1863 sein Amt als Organist an St. Peter Boisheim angetreten hatte und bald durch sein "pietätvolles und leutseliges" Wesen viele Freunde fand, wurde allgemein die Gründung eines Kirchengesangvereins gewünscht. Ortslehrer Wilhelm Großhanten warb bei ehemaligen Schülern, das Fronleichnamsfest bei Messe und Prozession zu begleiten.

Am 6. Mai 1863 – später wurde das Datum als vermutlicher Zahlendreher berichtigt auf den 5. Juni 1863, denn Fronleichnam fiel auf den 4. Juni – beschlossen mit Pfarrer Tillmann Wetzels und Dirigent Heinrich Thelen zehn Sänger die Gründung des "Kirchengesangvereins Caecilia zu Boisheim".

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Das erste Protokollbuch wurde am 19. Januar 1902 angelegt, zu dem Zeitpunkt hatte der Chor 28 Mitglieder – alles Männer. Das Buch enthält vor allem Berichte über Feste und Feiern, das unscheinbare "Rechnungsbuch des Kirchengesangvereines Caecilia in Boisheim" gibt dagegen Einblicke in die vielen Aktivitäten des Chors wie die Spende für das Jubelfest von Pastor Wetzel oder Einnahmen für die Mitwirkung bei Begräbnissen. Auch dass der Chor vom 18. Mai 1879 bis 10. April 1881 nicht in der Kirche sang, ist belegt: Es herrschte in Deutschland der Kulturkampf.

Nachfolger von Dirigent Heinrich Thelen, der 1894 starb, wurde Johann Kochen, der den Chor bis 1942 leitete. Der Erste Weltkrieg schlug Lücken in die Reihe der Sangesbrüder, so mussten zuletzt die mehrstimmigen Konzerte ausfallen. Im Zweiten Weltkrieg kam der mehrstimmige Gesang ganz zum Erliegen: Das Probenlokal war von der Wehrmacht besetzt, alle jüngeren Sänger wurden eingezogen.

Im Protokollbuch heißt es weiter: Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges begann der Neuaufbau des Kirchenchores. Aus dieser Zeit wächst nach und nach der heutige gemischte Kirchenchor "Caecilia Boisheim" heran. Seit 1941 werden erstmals Frauen in der offiziellen Mitgliederliste geführt. So sind jetzt drei Damen bereits seit 60 Jahren Mitglied: Maria Glasmachers, Doris Clahsen und Walburga Dewey sowie ihr Mann Heinz Dewey.

Unter Leitung von Gerd Philips (1962–1987) wurde der Kirchenchor weit über die Grenzen Boisheims bekannt. Ausgezeichnet wurde er für seine "Verdienste um die Pflege der Musik" 1988 mit der "Palestrina-Plakette". Im Jahr 2000 erhielt er die von Bundespräsident Theodor Heuss gestiftete Zelter-Plakette. Seit einem Jahr leitet Joachim Oehm neben seiner Arbeit an St. Cornelius Dülken auch den Boisheimer Kirchenchor. An der Spitze des Vereins steht seit der letzten Jahreshauptversammlung ein Vorstands-Team, Sprecher ist Kurt Orta.

(flo)