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Bund gibt Förderzusage: 20 Millionen Euro für schnelles Internet im Kreis Viersen

Breitbandausbau : 20-Millionen-Euro-Zusage für schnelles Internet

Gerade in ländlichen Gebieten wie dem Kreis Viersen lohnt sich der Breitbandausbau für Telekommunikationsanbieter nicht überall. Jetzt ist klar: Dank Fördergeldern muss kein Haushalt im Kreis unversorgt bleiben.

Die Bewohner von 4000 Haushalten im Kreis Viersen können aufatmen – auch sie werden Anschluss ans schnelle Internet erhalten, wenn sie denn wollen. Der Kreis Viersen hat als erster Antragsteller einen Förderbescheid aus dem aktuellen Bundesförderprogramm zum Breitbandausbau erhalten. 20 Millionen Euro investiert der Bund für den Ausbau mit Gigabit-Leitungen im Kreis Viersen, heißt es in der Zusage.

„Ein Anschluss an die Breitbandversorgung ist entscheidender Faktor dafür, dass unsere Familien und Firmen im Kreis technisch Schritt halten können“, sagt Landrat Andreas Coenen (CDU). „Schnelles Internet ist ein wichtiger Standortfaktor. Deshalb war mir eine gute, punktgenaue Vorbereitung sehr wichtig, und ich freue mich sehr, dass uns dies gelungen ist und wir bei dieser Runde des Förderprogramms ganz vorne mit dabei sind.“ Den entsprechenden Förderantrag hatte der Kreis direkt nach Veröffentlichung des Förderaufrufs gestellt. Damit hat der Kreis wie schon vorher angekündigt jetzt die europaweite Ausschreibung starten können. Sie wird voraussichtlich ab Freitag auf den einschlägigen Breitbandportalen und auf der Internetseite des Kreises einsehbar sein.

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Das Förderprogramm soll den Breitbandanschluss unterversorgter Adressen auch dort ermöglichen, wo er sich für die Netzbetreiber wirtschaftlich nicht rechnet. Das trifft im Kreisgebiet auf rund 4000 Anschriften zu. Sie werden mit neuer Infrastruktur im Gigabit-Bereich ausgebaut. Gefördert werden dürfen nur Adressen mit einer Versorgungsgeschwindigkeit unter 30 Mbit pro Sekunde. Kritiker des Programms bemängeln, dass eine Internetgeschwindigkeit von 30 Mbit schon in naher Zukunft nicht mehr ausreichen wird – es also doch zu „weißen Flecken“ auf der Landkarte kommen kann.

Billig ist der Ausbau nicht: Insgesamt rund 40 Millionen Euro soll der Anschluss der 4000 Adressen kosten – macht pro Anschluss rund 10.000 Euro aus. „Der Breitband-Ausbau wird aber nicht nur den direkt geförderten Anschriften zugute kommen“, betont Kreissprecher Markus Wöhrl. „Denn die unterversorgten Gebiete sind quer im Kreisgebiet verteilt. Damit verbessert der Ausbau indirekt auch die Versorgung benachbarter Gebiete und bietet zudem beste Voraussetzungen mit Blick auf die kommende 5G-Mobilfunktechnologie und die hierfür erforderliche Gigabit-Infrastruktur.“

Die nach Abzug der 20-Millionen-Euro-Förderung des Bundes übrigbleibenden 20 Millionen Euro sollen zu großen Teilen ebenfalls durch Fördergelder gedeckt werden. Sebastian Cüsters, Breitbandkoordinator des Kreises Viersen, hat bereits einen Förderantrag auf Landesmittel zur Kofinanzierung des Breitbandausbaus gestellt. Sobald der Bund seine Förderzusage über 50 Prozent der Investitionskosten gegeben hat, kann beim Land die Förderung weiterer 40 Prozent beantragt werden. Zehn Prozent müssen die Städte und Gemeinden selbst tragen. Allerdings gibt’s da eine Ausnahme für Kommunen, die sich aktuell in der Haushaltssicherung befinden. Für sie übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen den Eigenanteil.

Bis tatsächlich die 4000 unterversorgten Haushalte Zugang zum schnellen Internet haben, wird noch ein bisschen Wasser die Niers herabfließen: Laut Ausschreibungsunterlagen soll der Ausbau bis Ende des Jahres 2020 abgeschlossen sein.